Donnerstag, 11. Januar 2018

Mein fremder Vater

dtv Verlag
SORJ  CHALANDON
MEIN  FREMDER  VATER    Roman aus dem Algerienkrieg
Die Hölle, das war mein Vater

Was er nicht alles gewesen sein will, dieser Vater: Fallschirmjäger, Prediger, Sänger, Judolehrer, Profi fußballer, Berater von Charles de Gaulle. Und nicht zuletzt: Geheimagent.

André Choulans, der Anfang der 60er-Jahre mit seiner Familie in Lyon lebt, ist kein normaler Vater, er ist ein Aufschneider und Tyrann. Er terrorisiert seinen Sohn Emile, verhängt absurde Strafen und bedrängt ihn mit seinen verqueren politischen Ansichten. Ein ergreifender Roman über eine schreckliche Kindheit, in der sich absurde wie tragikomische Szenen abwechseln – auf dem berührenden Weg eines Sohnes weit weg von einer Familie, die nie eine war.

Autor:
Sorj Chalandon war Journalist bei der Zeitung ›Libération‹. Seine Reportagen über Nordirland und den Prozess gegen Klaus Barbie wurden mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichnet. Er veröffentlichte die Romane ›Le petit Bonzi‹ (2005), ›Une promesse‹ (2006, ausgezeichnet mit dem Prix Médicis) und ›Mon traître‹ (2008). Sein vierter Roman ›La légende de nos pères‹ (2009) erschien 2012 als erstes Buch in deutscher Übersetzung u.d.T. ›Die Legende unserer Väter‹. Der folgende Roman ›Retour à Killybegs‹ (2011; dt. ›Rückkehr nach Killybegs‹, 2013) wurde mit dem Grand Prix du roman de l’Académie francaise 2011 ausgezeichnet und war für den Prix Goncourt 2011 nominiert. Auch der Roman ›Le quatrième mur‹ (2013; dt. ›Die vierte Wand‹, 2015) war für den Prix Goncourt nominiert.

Aus dem Französischen von Brigitte Große

Sorj Chalandon
Mein fremder Vater
272 Seiten
Deutsche Erstausgabe
1.Auflage: August 2017

dtv Literatur

Leseprobe des Verlags:

Eine sehr gute Rezension finden Sie hier:
Sorj Chalandons furioser Roman aus dem Algerienkrieg


Montag, 20. November 2017

Algerien lädt Zentralrat der Muslime ein

ZMD

Brücken bauen - Zentralrat der Muslime in Deutschland reist nach Algerien

Auf Einladung des Ministers für Religiöse Angelegenheit und Stiftungen der Demokratischen Volksrepublik Algeriens, Dr. Mohamed Issa, reiste der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) vom 12. bis 15. November 2017 nach Algerien.

Hier konnte sich der ZMD einen umfassenden Einblick in die Islamische und kulturelle Arbeit des Landes, insbesondere in die Ausbildung von Imamen, der Bewahrung der islamischen Kultur, Präventionsarbeit, Organisation der Islamischen Pilgerfahrt und Islamisches Stiftungswesen, verschaffen.

Mehrfach kamen dabei Minister Issa und der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek zusammen. Zudem traf die ZMD-Delegation, die sich neben dem Vorsitzenden aus der stellvertretenden Vorsitzenden Nurhan Soykan und dem Generalsekretär Abdassamad El Yazidi zusammensetzte, den Präsidenten des Hohen Islamischen Rates Dr. Ghlamallah Bouabdellah und den Direktor des islamischen Kulturzentrums in Algerien, Ahmed Yasaad.
Der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek hielt eine Rede im Aus-und Fortbildungszentrum „Dar-Al-Imam“ an die angehenden Imame und Theologinnen.

Algier - Makam Chahed,
Denkmal der Märtyrer
 Auf dem Programm standen auch Besuche historischer Kulturstätten; zudem trug sich der ZMD-Vorsitzende am Mahnmal der Märtyrer Algeriens in das Goldene Buch ein. Ein Gespräch in der Residenz des deutschen Botschafters Michael Peter Zenner rundete die viertägige Reise ab.

Der ZMD-Vorsitzende bedankte sich beim Minister und den Organisatoren für die Gastfreundschaft und das vielfältige und fachlich ausgezeichnete Programm. „Wir gehen nach Deutschland zurück mit einem Bündel von neuen und höchst interessanten Ansätzen und klugen Bespielen für das muslimische Leben in Deutschland. Ich freue mich die begonnene Arbeit mit unseren algerischen Freunden fortsetzen zu können.“

Diese Reise ordnet sich in das Konzept des Zentralrates ein, als deutsche Religionsgemeinschaft die Brücken des Dialoges und der Freundschaft zu allen Islamischen Ländern zu festigen und weiter auszubauen.

Weitere Informationen bietet der Zentralrat der Muslime in Deutschland auf seiner Internetseite an:


Montag, 26. Juni 2017

Rezension: Die acht Lektionen der Wüste

dumont
Rezension
 
NICHOLAS  JUBBER

DIE  ACHT  LEKTIONEN  DER  WÜSTE 
- Mit den Nomaden Nordafrikas nach Timbuktu -

Wer traut sich heute noch nach Timbuktu zu reisen ?
Der erfahrene britische Journalist Nicholas Jubber kam nicht zum ersten Mal in Timbuktu an. Aber seltener war sein Besuch gefährlicher als zur Zeit.

Auslöser für seine Reise war unter anderem die „Beschreibung Afrikas“ des Hasan ibn Muḥammed al-Wazzān al-Fāsī, in Europa besser bekannt als Leo Africanus, die Geisel des Papstes Leo X.. Und sein Wunsch, das heutige Leben der Nomaden in Nord- und Westafrika kennen zu lernen und einige Zeit mit ihnen zu arbeiten.

Wer sind Nomaden ? Sind sie noch so frei, wie sie es sich wünschen und Jahrtausende leben konnten ? Heute wohl nicht mehr. Nomaden sind Viehhirten auf der Suche nach guten Weideplätzen, die immer seltener werden. Sie versorgen die Stadtbevölkerung mit Milch und Fleisch und erhalten dafür Lebensmittel und andere nützliche Dinge für ihre Familien. 
Doch der Verkauf von Staatsland an Privatleute und Landgrabbing außerafrikanischer Staaten machen ihnen mehr zu schaffen als Dürren. Dazu kommt das Banditentum und der Terror von Dschihadisten wie Ansar ed-Din oder Boko Haram sowie Al Qaida bzw. IS-Ableger, die nicht nur Nomaden sondern auch die Stadtbevölkerung angreifen, wie in Timbuktu und Gao in Mali oder Städten wie Kano und Maiduguru in Nordnigeria.

Zu Zeiten des Reisenden des Leo Africanus griffen Marokkaner Timbuktu an (1591) und zerstörten die Universitäten der Gelehrten, Richter und Forscher islamischen Rechts auf der Suche nach Gold.
426 Jahre später zerstören Islamisten erneut das „Traumziel“ vieler Sahara-Reisender früherer Jahre. Sie suchen weder Gold noch Land, sondern leben ihre bestialische Macht aus, die sie dank ihrer Waffen aus westlichen Ländern auskosten. Natürlich ergibt dies aus Sicht ehemaliger Kolonialstaaten und ihrer Marionettenpräsidenten einen Sinn, weil diese sich nur für die Ausbeutung von Bodenschätzen unter dem Sahara-Sand interessieren und denen die Nomaden und eigentlichen „Besitzer“ der Wüste sowie der Stadt- und Flussbevölkerung Malis und Nigers völlig egal sind. Einfacher ist es Banditen und Söldner in die Wüste zu senden und die Bevölkerung zu terrorisieren und zu töten als mit ihnen in Verhandlungen zu treten und den Profit der Ausbeutung zu teilen!
Einwohner Timbuktus, mit denen der Autor gesprochen hat, vergleichen die beiden Tragödien miteinander - so nah ist die Geschichte in den Köpfen der Menschen vor Ort.

Timbuktu wurde von Tuareg vor rund Eintausend Jahren gegründet, so erfährt Nicholas Jubber von einem bekannten malischen Historiker. Eine Frau namens Buktu versorgte Gepäck und Waren, die von den Tuareg während ihrer Wanderungen zurückgelassen wurden. Aus „Tin Buktu“ - der Platz der Buktu wurde im Laufe der Geschichte Timbuktu, die Mysteriöse.

Während seiner Reise lernt der Autor verschiedene Nomadengruppen kennen. Ausgangspunkt der Reise ist Fez, die älteste arabische Stadt in Marokko. Hier arbeitete er mit den bekannten Gerbern im Souk. Im Verlauf der Reise lernt der Autor den Unterschied zwischen den arabischen Stadtbewohnern und den Berbern kennen, die immer weiter in die Atlas-Berge abgedrängt wurden. „Wenn du einen Araber triffst, hast du immer eine Schlange vor dir.“ erzählt ein Bergbewohner. „Die Araber haben eine Menge versprochen, aber nichts gehalten,“ führt er weiter aus. Wenn die Menschen aus den Dörfern in der Stadt nach Arbeit suchen, erhalten sie von den Arabern keine Arbeit, „weil sie angeblich kein gutes Arabisch sprechen. Unser Land hat ein Menge wirtschaftliche Probleme, aber die Amazighren (Berber) leiden am meisten darunter“.

In Laâyouni lernt Nicholas Jubber die Sahraouis kennen, deren Kampf um die Unabhängigkeit von der Besatzungsmacht Marokko schon über 40 Jahre dauert und der 1975 mit dem „Grünen Marsch“ des marokkanischen Königs Hassan II. begann.
Die Bozo-Fischer folgen den Fischwanderungen im Nigerfluss. Die Fulbe-Hirten wandern seit Jahrtausenden durch die Sahelländer und haben es zunehmend schwerer ausreichend Futter für ihre Kühe zu finden. Wenn die Kühe immer magerer werden, müssen die Familien mit immer weniger Milch auskommen. Außerdem gibt es Streitereien mit anderen Fulbe oder den Dogon, den bekannten Zwiebelbauern in Mali, um die Weideplätze. Allerdings profitieren die Dogon auch, wenn beispielsweise die Tiere der Fulbe die Felder der Dogon mit ihrem Kot düngen.

Mit den bekanntesten Nomaden, den Tuareg, möchte der Autor die berühmte Azalai, die Karawane reiten, bei der die Tuareg im Norden Malis Salzplatten von Taoudenni nach Timbuktu bringen. Dafür lernt er die 8 Lektionen der Wüste: Beharrlichkeit, Überwindung, Weitsicht, Kreativität, Bildung, Tradition, Klarheit und Geduld - und das Tee-Kochen, mit eher weniger Erfolg (aus Sicht der Tuareg).

Doch bevor er sein Vorhaben verwirklichen kann, machen ihm die Ereignisse 2012 einen Strich durch die Rechnung und die Erzählungen der Einwohner von Timbuktu einige Jahre später bedrücken nicht nur den Autor sondern auch den Leser.

Nicholas Jubber beschreibt neben den acht Lektionen der Wüste auch in acht Teilen die Regionen seiner Reise: das Nirgendwo, die Stadt, das Gebirge, die Wüste, die Hochebene, die Ebene, den Fluss und nochmal das Nirgendwo der Sahara.
Sein Resumée: „Wenn irgendjemand den Weltuntergang überlebt, dann sind es nicht die Actionhelden der Hollywoodfilme, sondern Nomaden wie die, die ich in Nordafrika kennengelernt habe.“

Autor:
Nicholas Jubber, geb. 1977, ist ein britischer Autor und Journalist. Nach seinem Studium an der Oxford University lebte er mehrere Jahre in Jerusalem. Als 2000 die zweite Intifada ausbrach, reiste er durch den Mittleren Osten und Ostafrika und berichtete von dort für den Guardian, den Observer, die BBC u.a. Mit Unterbrechungen, insgesamt jedoch sechs Jahre lang, ist Nicholas Jubber mit den Nomaden Nordafrikas gereist - länger als jeder andere Europäer im letzten Jahrzehnt. „Die acht Lektionen der Wüste“ (The Timbuktu School of Nomads: Across the Sahara in the Shadow of Jihad , 2016) ist sein drittes Buch und das erste, das ins Deutsche übersetzt wurde.

Fazit:
Ein beeindruckendes und interessantes Buch, das am Ende immer spannender, aber auch bedrückender wird.
Der couragierte Autor gibt das Erlebte lebendig geschrieben wieder und beschreibt mit großem Einfühlungsvermögen das heutige Leben der Nomaden-Bewohner der bereisten Länder Marokko, Westsahara, Mauretanien und Mali.
Das Buch ist nie langweilig, Historisches und Aktuelles ergänzen sich, selbst Shakespeare wird zitiert. Der angenehme Stil des Ich-Erzählers ist gut und flüssig zu lesen.
Auch wer jetzt nicht nach Timbuktu reisen möchte, sich aber trotzdem für das Leben der Nomaden in diesem Teil der Welt interessiert, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Ausstellung: Friedrich Rückert - Der Weltpoet in Erlangen

 Dr. Friedrich Rückert
Es gibt kaum einen Dichter, der sich so, wie Friedrich Rückert (1788-1866), in andere Sprachen hineindenken konnte - und der in der heutigen Zeit so wichtig wäre. „Weltpoesie allein ist Weltversöhnung“, steht in großen Lettern an der gelbleuchtenden Wand des Stadtmuseums in Erlangen, das zur Zeit den bedeutenden deutschen Orientalisten und Weltpoeten in der Ausstellung „Der Weltpoet“ würdigt. Erster Höhepunkt im laufenden Rückertjahr, war die gestrige Veranstaltung „Der Poet über die Kulturen“ im Brunnensaal des Stadtmuseums.



Orientalische Gedichte und Klänge
Eingeladen hatten Angehörige des Erlanger Lehrstuhls für Orientalische Philologie und Islamwissenschaft unter der Leitung von Professor Dr. Georges Tamer. Für die musikalische Begleitung sorgte Gilbert Yammine mit seinen harmonischen Klängen, virtuos gespielt auf dem Qanun. Gedichte in Arabisch und Persisch wurden im Original und anschließend in der Übersetzung Rückerts vorgetragen. Prof. Tamer löste Erheiterung beim Publikum aus, als er sagte: „Humor ist sehr nötig im Iran.“, womit er den Humor im persischen Gedicht ankündigte.
Der Abend begann mit Rezitationen von Rückerts Poesie für seine Frau Luise, „Entschuldigung des Persönlichen“, einem Gedicht vom Mai 1848: „Die Freiheit ist ein hohes Wort…“ aus seiner Zeit in Berlin.


Der Weltpoet
Phantasie und Realität des Orientbildes
Prof. Dr. Tamer stellte den Orientalisten Rückert vor und bezog sich auf die Zeit Rückerts in Erlangen. Für ihn ist Friedrich Rückert einer der großen Orientalisten des 19. Jahrhunderts und ein ausgewiesener Kenner der orientalischen Dichtung.
Deutschlands und Europas Dichter und Denker waren von einer „Konzentration auf den Orient“ erfasst, die sich mit eigenen Fantasien vermengten und den Orient als exotisch, zauberhaft, fantastisch, heroisch und mystisch deuteten, aber zugleich die Realität verfehlten. Mit der Annahme, dass die „Urmythologie aus dem Orient“ stammt, stimmte auch Rückert mit seinen zwei Dramen „Die Türkin“ und „Der Scheintod“ in das allgemeine Orientbild der damaligen Zeit ein. Doch je mehr er sich mit den orientalischen Sprachen beschäftigte, umso ernsthafter wurde der Respekt vor dem Orient. Rückert spricht nun von Tapferkeit, Klugheit, Gerechtigkeit und betont die Gerechtigkeit, Weisheit und das Menschliche der Bewohner des Orients.


Friedrich Rückert überträgt persische Poesie
Durch die Übertragung persischer Poesie lernt er den Mystiker und Sufi Mewlana Dschalalluddin Rumi und seine Gedichtform, die Ghaselen kennen und wird dadurch zu eigenen Ghaselen inspiriert. Er kam zu dem Schluss, dass man in den „Muslimen nicht den Andersgläubigen, sondern den Menschen sehen“ soll. 1817 las man aus Angst vor der Religion auch andere Gedichte über den Islam. Rückerts Beschäftigung mit der Poesie stellt für ihn die Voraussetzung für Völkerverständigung dar, „die Seelensprache eines Volkes ist die Poesie.“

Sprachgenie Rückert
Rückert war der einzige, der die orientalischen Sprachen wirklich lernte. Von 1820 bis 1826 beschäftigte er sich mit einer poetischen Koranübersetzung. Friedrich Rückert war ein gelehrter Dichter und wurde in Erlangen ein dichtender Gelehrter. „Der Poet war ein besserer Wissenschaftler..“ resümierte Prof. Dr. Tamer zum Abschluss über Rückert als Orientalist.

Rezitationen
Im Anschluss wurden ausgesuchte Gedichte aus der vor- und frühislamischen Zeit in Arabisch, Persisch und ein persisches Gedicht Rumis interpretiert. Die Vortragenden legten ihre Gefühle in die Zeilen über die Liebe und die Seele, wie es nur Muttersprachler vermitteln können. Voll Inbrunst trägt Dr. Salah Ati Fakhry (Irak) die arabischen Originale vor, die von den begleitenden Qanunklängen getragen wurden - ein Genuss für die Zuhörer des wundervollen, etwas zu kurzen Abends.

Friedrich Rückert - Leben
Dr. Friedrich Rückert wurde 1788 in Schweinfurt geboren. Mit seiner Frau Luise und zehn Kindern lebte er von 1826 bis 1841 in Erlangen und lehrte Orientalistik als ordentlicher Professor an der Universität. Von 1841 bis 1848 lehrte er in Berlin, aber 1849 bittet er um Pensionierung und kehrt nach Franken zurück. Bis zu seinem Tode 1866 lebte und arbeitete Rückert in Neuses.
Keiner seiner Dichterkollegen oder Gelehrten seiner Zeit übertrugen Poesie und Texte aus 44 Sprachen, darunter so schwierige wie Arabisch, Persisch, Berbersprachen, Sanskrit oder Chinesisch. Er lebte in Zeiten des Umbruchs, doch er war ein offener Mensch und anderen Kulturen zugetan.
Zu seinem 150. Todestag hat die Rückert-Gesellschaft in Schweinfurt das Rückert-Jahr ausgerufen.


Im Stadtmuseum Erlangen
Weitere Veranstaltungen im Stadtmuseum:
Sonntag, 9. Oktober
Rückert in Erlangen - Rückerts Erlangen
Kalligraphie, Poesie, Musik, Mitmachaktionen und Führungen für jedes Alter bei diesem Museumsfest.
11 - 18 Uhr

Donnerstag, 20. Oktober
 „Was noch zu veröffentlichen bleibt - Materialien aus Rückerts Nachlass“
Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Bobzin
19 Uhr

Dienstag, 8. November
„Weltpoesie ins Weltversöhnung“: Friedrich Rückert aus (indo)germanistischer, orientwissenschaftlicher und musikwissenschaftlicher Sicht. (Symposion)
Mit Beiträgen der Professoren Georges Tamer, Lutz Edzard, Gunnar Och, Konrad Klek und Stefan Schaffner.


Stadtmuseum Erlangen
Ausstellung: Der Weltpoet. Friedrich Rückert (1788-1866)
Martin-Luther-Platz 9
91054 Erlangen

Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag, Feiertage  11 - 17 Uhr
Dienstag - Freitag  9 - 17 Uhr,  Donnerstag bis 20 Uhr



Copyright: Bilder: B. Agada, Verwendung nicht gestattet !

Montag, 18. Juli 2016

AKWABA 8.Afrika-Tage in Erlangen: "Afrikanischer Kunstsalon" : Nordafrika - Die Schönheit des Maghreb

AKWABA 8.Afrika-Tage in Erlangen:  „Afrikanischer Kunstsalon“: Nordafrika - Die Schönheit des Maghreb in Wort, Bild und Tanz

Die Maghreb-Länder  (Wikipedia)
Der „Afrikanische Kunstsalon“ widmet sich dieses Jahr dem Thema Nordafrika. Die Schönheit der Maghrebländer Tunesien - Algerien - Marokko werden am Donnerstag, 21. Juli im Kulturpunkt Bruck in Erlangen in Wort, Bild und Tanz vorgestellt.

Der Maghreb, auf Arabisch Westen, umfasst die Länder an der südlichen Mittelmeerküste. Nur vierzehn Kilometer trennen Spanien und Marokko. Algerien ist das größte Land Afrikas, Tunesien eines der beliebtesten Urlaubsländer. Die friedlichen Revolutionen der Bürger haben die Machthaber in Tunis und Kairo vertrieben. Als erstes Land hat Tunesien Schritte in Richtung Demokratie unternommen, bis zur Umsetzung braucht es noch Geduld.

Jedes dieser wunderschönen Länder hat seine eigene Geschichte und Kultur, wobei es auch Gemeinsamkeiten, wie die Religion gibt. Schon bei der Sprache fangen die Unterschiede an. Während das Hocharabische in allen Ländern dasselbe ist, gibt es das marokkanische, algerische und tunesische Arabisch mit Wörtern aus den Sprachen der Eroberer, die im Laufe der Geschichte nach Nordafrika kamen. Viel wichtiger für die Bevölkerungen sind die Berbersprachen, von denen es in den Ländern auch mehrere gibt, denn die Berber sind die Urbevölkerung Nordafrikas, während die Araber erst im 8. Jahrhundert mehr oder weniger friedlich einwanderten. 

Tajine (B.Agada) 
Auch in der Küche gibt es Varianten. Während in Marokko die Tajine als Nationalgericht angesehen und in Westalgerien ebenfalls gern gegessen wird, ist diese Art der Zubereitung von Gemüse und Fleisch in Tunesien fast völlig unbekannt.
Darüber und über vieles mehr informieren die Veranstalter des Abends im Kulturpunkt Bruck in Erlangen.


Der „Afrikanische Kunstsalon“, kreiert von Monika Adele Camara vom AFRIKUCO-Institut aus Nürnberg, widmet sich, gemeinsam mit Birgit Agada, Touristikmanagerin und Autorin aus Erlangen, der Literatur, den Tänzen, der Musik und den Bildern Nordafrikas. Die großartige Verschiedenheit der nordafrikanischen Länder Tunesien, Algerien und Marokko wird in vielen Beispielen deutlich.

Kameltrekking in der algerischen Sahara (A.Agada)
Zu Beginn führt Monika Adele Camara durch die Fotoausstellung "Mes Silence du Maghreb" mit Bildern der Karma-Fotografin Sarasvati Devi (Trier) von Porträts und Alltags-Dokumentation aus Tunesien und Marokko. Die Vernissage fand bereits letzten Samstag einen großen Anklang beim Publikum. Birgit Agada präsentiert in dem Bildvortrag „Tajine - Slowfood aus Marokko“ das typische Kochgeschirr aus dem Land des Sonnenuntergangs. Mit Tänzen aus  Marokko leitet Monika Adele Camara über zur Lesung "Sprichwörter, Gedanken und Anekdoten aus Tunesien, Marokko, Algerien", die von Birgit Agada vorgetragen wird. Danach zeigt Monika Adele Camara einen Tanz aus Tunesien. Weiterer Höhepunkt des Abends ist die BildershowAlgerien und Sahara“ von Amma und Birgit Agada, mit Eindrücken aus dem abwechslungsreichen Land.
Mit Rai, der populären Musik aus Algerien lädt Monika Adele Camara abschließend auch das Publikum zum Tanz ein.
Gelegenheit zum Austausch bei nordafrikanischen Snacks und Wein aus Algerien bietet sich bei schönem Wetter im Garten.

„Afrikanischer Kunstsalon“: Die Schönheit des Maghreb in Wort, Bild und Tanz
Wann: Donnerstag, 21.07.2016
Uhrzeit: 18 – 22 Uhr
Ort der Veranstaltung: Erlangen; Kulturpunkt Bruck, Fröbelstr. 6, 91058 Erlangen Bruck (S1 Paul Gossen-Straße oder Bus 284, 294 Langfeldstraße) Eintritt frei 

Copyright: Bilder: A. u. B. Agada, Verwendung nicht gestattet !

Dienstag, 12. Juli 2016

AKWABA 8.Afrika-Tage in Nürnberg: Lesung "Ein Stück Kabylei in Deutschland" mit Dr. Akli Kebaili

In der Kabylei (B.Agada)

AKWABA 8. Afrika-Tage in Nürnberg - „Literatur ohne Grenzen“ mit Dr. Akli Kebaili aus Algerien

Am Donnerstag, den 14. Juli 2016 begrüßen das Amt für Kultur und Freizeit, die Nürnberger Initiative für Afrika (NIfA) und das Naturhistorische Museum ganz besonders herzlich Herrn Dr. Akli Kebaili aus Nordalgerien zur Lesung im Rahmen der 8. AKWABA-Afrika-Tage in Nürnberg. Herr Dr. Kebaili stellt sein Buch „Ein Stück Kabylei in Deutschland“ dem interessierten Publikum in Wort  und Bild vor.

Herr Dr. Kebaili ist ein Masir, ein Berber aus der Kabylei, einer Gebirgsregion, die durchaus mit der Voralpenlandschaft Bayerns oder Österreichs vergleichbar ist. Die kleine Kabylei reicht an das Mittelmeer heran, in den Bergen der großen Kabylei ist Skifahren ein beliebter Sport und die Landschaft mutet so gar nicht „afrikanisch“ an, denn geologisch gehört Nordafrika inklusive des Atlasgebirges zum europäischen Kontinent. Und während des Römischen Imperiums waren die heutigen Länder Tunesien, Algerien  und Marokko ein Teil davon. Sogar die großen Kirchenväter Tertullian, Cyprian stammen aus Karthago in Tunesien und der heilige Augustinus, der auch in Nürnberg präsent ist, und maßgeblich zur Entwicklung der katholischen Kirche beitrug wurde im heutigen Algerien geboren und gründete sein erstes Kloster in der Nähe der heutigen Stadt Annaba in Ostalgerien, unweit der Kabylei.

Masiren oder Berber sind die Ureinwohner Nordafrikas, die Araber sind vom 8. bis 11. Jh. aus dem Osten eingewandert. Auch die Tuareg in der algerischen Sahara und die Mozabiten gehören zu den Berbern Algeriens. Die Berber haben andere Sitten und Gebräuche als die Araber. Die Kabylen haben viele Traditionen bewahrt und davon wird Herr Kebaili erzählen und vortragen.

Dr. Akli Kebaili
Nun  wohnt Herr Kebaili seit einigen Jahren in Deutschland und hat die Deutschen kennen gelernt. Er arbeitet in Frankfurt, studiert hat er in Algier Jura und in Tübingen Politikwissenschaften. In der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) setzt er sich für die Erhaltung der Berbersprachen ein.
Gerade in der heutigen Zeit ist es interessant zu erfahren wie Herr Kebaili Unterschiede und Gemeinsamkeiten in seinem Buch „Ein Stück Kabylei in Deutschland“ herausarbeitet. Seine Bilder werden von Sprichwörtern und Redensarten auf Kabylisch (masirisch) und deutsch ergänzt.


Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend mit Herrn Dr. Kebaili, der zuerst in Bildern einige Eindrücke seiner Heimat zeigt und dann zur Lesung übergeht. Er schildert nicht nur seine „Gedanken über Heimat und Migration“ sondern liest auch aus seinem neuen Roman „Imetti n Bab Idurar“ (Die Tränen eines Riesen“), um den Zuhörern einen Eindruck der bezaubernden Sprache (kabylisch) zu vermitteln.


 „Ein Stück Kabylei in Deutschland“ Vortrag - Lesung - Diskussion
Wann: Donnerstag, 14.07.2016
Uhrzeit: 19 - 21 Uhr
Ort der Veranstaltung: Naturhistorisches Museum, Norishalle - Seminarraum, Marientorgraben 8,  90402 Nürnberg   (U2/21, U3 Wöhrder Wiese)
Eintritt frei 

Montag, 11. Juli 2016

AKWABA 8.Afrika-Tage - Ausstellung "Mes Silences du Maghreb"

Ausstellung in Bruck
AKWABA 8. Afrika-Tage - Erlangen:  „Mes Silences du Maghreb“ von Sarasvati Devi   

Von 9. Juli bis 12. September 2016 stellt die bekannte Kunst-Photographin und Yogini Sarasvati Devi-Beauvais aus Trier Bilder ihrer Karma-Photographie im Kulturpunkt Bruck in Erlangen aus. Sie zeigt Aufnahmen aus Tunesien und Marokko, Schwerpunktregionen der diesjährigen 8. AKWABA Afrika-Tage in Nürnberg und Erlangen. Bei der Vernissage am Samstag, 9. Juli war die Künstlerin persönlich anwesend.


Frau Sarasvati Devi-Beauvais hat die „Karma-Photographie“ entwickelt, um die Energie SamâhaYoga® zu verstärken. Aus Ihrer langjährigen Erfahrung als Kunstphotographin weiß sie, welche Faszination Bilder – insbesondere Bilder aus Nordafrika und dem Orient – auf Menschen der europäischen Kultur ausüben. Durch die Ruhe, die Farben und Ornamente werden Geist und Seele auf eine ganz feinsinnige und behutsame Weise beruhigt, entspannt und besänftigt. Ihre Bilder werden in Frankreich, Deutschland, Ungarn und Tunesien an wechselnden Orten in Galerien ausgestellt.

„ Kunst zugunsten der Gemeinschaft“

 „KarmaPhotography“ ist ein Konzept, das Sarasvati Devi geschaffen hat, um ihre Botschaft mit Hilfe des Karma-Yoga (selbstloser Dienst) zu vermitteln, schreibt Dr. Jan Werquet, Kunsthistoriker aus Berlin. Während ihrer Reisen durch Marokko und Tunesien unterstützt sie Kinder mit Aktionen. Ihr Anliegen ist es, vor Ort Bildung, Selbstwertgefühl, Wohlstand, Liebe und Zuneigung zu stärken und zu unterstützen. Sie sieht ihre Arbeit als „Annäherungsritual der Völker“ an und als Konzept für ein „Ideal der Einheit in der Vielfalt“. Ihre „photographischen Gedanken“ fordern den Beobachter auf, über die Qualität und die Weitergabe der Kultur in all ihren Formen an die nächsten Generationen nachzudenken.

Yoga - Einheit und Harmonie von Körper, Geist und Seele

„In Europa gehen viele Menschen oft  zu verbissen an eine Sache heran. Wege, die man zunächst als Irrwege betrachtet, stellen sich später als genau die richtigen heraus“, beobachtet Sarasvati Devi.  Beim Yoga wie auch im Alltag sollte man den Weg der Mitte finden und nicht in Extreme verfallen. Wichtige Elemente des Yogas sind verschiedene Körperhaltungen, Atemübungen und die Meditation, die sie in ihren Kursen in Trier anbietet.

„Weltbürgerin“ mit Liebe zu verschiedenen Kulturen

Frau Sarasvati Devi wurde im schönen Burgund geboren, sieht sich aber als Weltbürgerin. Lange Jahre arbeitete sie als Dozentin für Französisch in der Wirtschaft in Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Nach ihrem Philosophie- und Literatur-Studium entdeckte sie während zahlreicher Reisen in Asien, die fernöstliche Ganzheits-Philosophie. Sie lebte in Südamerika und Tunesien. Durch diese Erfahrungen im Ausland versteht sie sich als „Botschafterin der verschiedenen Sichtweisen der Kulturen – Einheit und Harmonie, wie das Wort Yoga übersetzt wird.“

Mes Silences du Maghreb
Vernissage: Samstag, 9. Juli 2016 von 18 bis 21 Uhr
Ausstellung: 9.Juli - 12.September 2016
Ort der Veranstaltung: Kulturpunkt Bruck, Fröbelstr. 6, 91058 Erlangen
Öffentliche Verkehrsmittel: S1-Paul Gossenstr oder Bus 284 und 294 Buckenhofer Weg bzw. Langfeldstr


Mittwoch, 6. Juli 2016

AKWABA 8. Afrika-Tage in Nürnberg und Erlangen: Schwerpunktregion Maghrebländer Algerien - Marokko - Tunesien


Am Wochenende beginnen die 8. AKWABA-Afrika-Kulturtage in Nürnberg und dieses Jahr auch in Erlangen. Schwerpunktregion sind die Maghrebländer Algerien – Marokko – Tunesien.
Die AKWABA Afrika-Tage beschäftigen sich mit Themen aus Kultur, Wirtschaft, Politik, es gibt Diskussionen, Lesungen, Bildvorträge, Musik, Spiel und Spaß. 


Als Teilnehmer und Aussteller möchte ich folgende Veranstaltungen besonders hervorheben:

Gäste & Buch
Vorabveranstaltung am Donnerstag, 07.07.2016 im Künstlerhaus ist der Beitrag zu den beliebten Mittagslesungen Gäste & Buch. Bei freiem Eintritt und einer Tasse Kaffee oder Tee dürfen Sie sich entspannt zurücklehnen und der Präsentation des  Tuareg-Romans „Azahru - wer den Weg verliert“ von Richard Mackenrodt lauschen, den  Frau Birgit Agada vorstellt.
Wann: Donnerstag, 07.07.2016
Uhrzeit: 14 - 14:45 Uhr
Ort der Veranstaltung: Künstlerhaus im KunstKulturQuartier, ehemals K4,  - Hinterzimmer
Königstr. 93 (Tourist Office), 90402 Nürnberg gegenüber des Nürnberger Hauptbahnhofs 

Präsentation der Gruppen
Am Sonntag, 10.07.2016, dem Tag der Präsentation der Gruppen, stellen sich alle Vereine, Gruppen und Einzelpersonen, die einen Beitrag zu Afrika bzw. Nordafrika leisten, auf dem Erfahrungsfeld der Sinne an der Wöhrder Wiese in Nürnberg vor. Von 9-17 Uhr können sich die Kinder an den Spielgeräten ausprobieren und die Erwachsenen an den Zelten und Ständen mit den Ausstellern unterhalten und die eine oder andere Spezialität probieren. Das bunte Fest endet so rechtzeitig, dass alle Fußballfans das Endspiel anschauen können.
Wann: Sonntag, 10.07.2016
Uhrzeit: 10 – 17.00 Uhr
Ort der Veranstaltung: Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne an der Wöhrder Wiese (U2/21), Nürnberg

Lesung
Ein besonderer Höhepunkt für alle Algerier wird die Lesung am Donnerstag, 14.07.2016 mit Herrn Dr. Akli Kebaili aus Frankfurt werden. Er liest aus seinem Buch „Ein Stück Kabylei in Deutschland“ und gibt in einer Bildershow einen Einblick in seine Heimatregion Kabylei. Danach präsentiert er seinen Roman „Imeṭṭi n Bab Idurar“  (Die Tränen eines Riesens). Anschließend gibt es die Gelegenheit sich mit dem Autor zu unterhalten.
Wann: Donnerstag, 14.07.2016
Uhrzeit: 19 – 21 Uhr
Ort der Veranstaltung: Naturhistorisches Museum(U2/21 Wöhrder Wiese), Nürnberg

Afrikanischer Kunstsalon in Erlangen
 - Die Schönheit des Maghreb in Wort, Bild und Tanz -
Die großartige Verschiedenheit der nordafrikanischen Länder Tunesien, Algerien und Marokko werden an diesem Abend präsentiert. Zu Beginn führt Frau Camara durch die Fotoausstellung "Mes Silence du Maghreb" mit Bildern von Porträts und Alltags-Dokumentation aus Tunesien und Marokko. Birgit Agada präsentiert in dem Bildvortrag „Tajine - Slowfood aus Marokko“ das typische Kochgeschirr aus dem Land des Sonnenuntergangs. Mit Tänzen aus  Marokko leitet Monika Adele Camara über zur Lesung "Sprichwörter und Gedanken aus Tunesien, Marokko, Algerien". Danach zeigt Frau Camara einen Tanz aus Tunesien. Weiterer Höhepunkt des Abends ist die Bildershow „Algerien und Sahara“ von Amma und Birgit Agada, mit Eindrücken vom größten Land Afrikas. Mit Rai, der populären Musik aus Algerien lädt Monika Adele Camara abschließend auch das Publikum zum Tanz ein.
Gelegenheit zum Austausch bei nordafrikanischen Snacks und Wein aus Algerien bietet sich bei schönem Wetter im Garten.
Wann: Donnerstag, 21.07.2016
Uhrzeit: 18 – 22 Uhr
Ort der Veranstaltung: ERLANGENKulturpunkt Bruck, Fröbelstr. 6, 91058 Erlangen Bruck (S1 Paul Gossenstr oder Bus 284,294 Langfeldstr)

Ausführliche Informationen finden Sie hier im Programmheft.

Wir freuen uns auf Sie und laden Sie herzlich ein dabei zu sein bei den 8. AKWABA-Afrika Tagen mit Hauptthema MAGHREB.

Samstag, 2. Juli 2016

AKWABA 8.Afrika Kulturtage beginnen bei den Nürnberger Mittagslesungen

AKWABA 8. Afrika-Tage in Nürnberg (5)  Mittagslesungen im Juli mit TUAREG-Roman

An den beliebten Mittagslesungen im Künstlerhaus (KunstKulturQuartier), ehemals K4, beteiligen sich auch in diesem Jahr die AKWABA-Afrika-Kulturtage. Bei freiem Eintritt und einer Tasse Kaffee oder Tee dürfen sich die interessierten Zuhörer entspannt zurücklehnen und den Vorträgen der Damen und Herren lauschen, die ihre Lieblingsbücher vorstellen.

Im Rahmen der AKWABA - Afrika-Kulturtage präsentiert Frau Birgit Agada am Donnerstag, 07.07.2016 den Roman „Azahru - wer den Weg verliert“ von Richard Mackenrodt.

Der Regisseur ist einer interessanten und spannenden Geschichte auf die Spur gekommen, die im Kern wahr ist:

In den 1930er Jahren reiste ein deutsches Ehepaar über Libyen in die nigrische Sahara - die Ténéré.
Der Ethnologe Franz und seine Frau Luise, eine Malerin, versuchen sich mit den dortigen Tuareg anzufreunden, die mit ihren Karawanen Salz und Hirse durch die Wüste transportieren.
Eines Tages kommt jemand in die Sahara, der einen Jungen sucht. Welche Absichten hat dieser Fremde?
Bei den Tuareg lebt ein Junge, der etwas anders aussieht als die anderen. „Das ist halt so“, erklärt der Amenokal, das Oberhaupt der Gruppe den Kindern, „auch bei den Kamelen und Ziegen gibt es helleres und dunkleres Fell, so ist das auch bei der menschlichen Haut - die eine ist heller, die andere dunkler. Trotzdem sind alle Menschen gleich.“
Lassen Sie sich überraschen.

Anschließend wird sich die Moderation mit der Vortragenden über das Gelesene austauschen.

Die Programmkarten für Juli liegen in der Kulturinformation und anderen Kultureinrichtungen aus.  

Eintritt frei
Wann: Donnerstag, 07.07.2016
Uhrzeit: 14:00 - 14:45 Uhr
Ort der Veranstaltung: Künstlerhaus im KunstKulturQuartier - Hinterzimmer
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Weitere Informationen zur Lesereihe bekommen Sie bei Madeleine Weishaupt Tel. 0911/3263525, Katharina Gloser Tel. 0911/397142, Elke Thoma & Christiane Rumpf Tel. 0911/231 3365 oder über die Internetseite:  Nürnberger Mittagslesungen


Freitag, 8. April 2016

Slow Food aus Marokko - Tajine selbst töpfern

Tajine aus Algerien
Akwaba - Afrika Tage (4)  -  Slow Food aus Marokko -  Tajine  selbst töpfern 

Wer das bezaubernde Marokko bereist, sollte die raffinierte und international beachtete Küche ausprobieren. Überall im Land gibt es Spezialitäten, aber am bekanntesten ist Tajine, die in vielen Varianten im westlichen Maghreb, d.h. in Westalgerien und Marokko serviert wird. Nicht nur das Gericht trägt den Namen Tajine, ebenso der Schmortopf. Es gibt viele Varianten eine Tajine zu kochen, mit Fleisch, Geflügel oder Gemüse. Das traditionelle Kochgeschirr aus Ton gehört zu Marokko wie die Kunsthandwerker, die nicht nur Tajine sondern auch Teller, Schalen, Schüsseln, und die herrlichen Brunnen und Tische aus kleinen Mosaikfliesen herstellen und kunstvoll glasieren.


Tajine - praktisch auch im modernen Haushalt
Zum Kochen wird meist das unglasierte Kochgeschirr verwendet. Wurde früher, und heute teilweise in ländlichen Gegenden, auf dem Kohlebecken (Mejmar) gekocht, sind nun moderne Herde im Einsatz und zum Servieren des fertigen Gerichts werden auch Tajine aus Porzellan gereicht. In den Städten wie Casablanca oder Rabat, wo man auch mit Elektro- oder Gasherden kocht, fehlt dieses praktische und schöne Küchenutensil trotzdem nicht. 

Irdenware - von Frauen hergestellt
Tajine und Mejmar werden aus Ton hergestellt. Das Abbauen von Ton und das Töpfern war ursprünglich Frauenarbeit. In ganz Marokko töpferten Frauen seit Jahrhunderten Kochgeschirr und Vorratsbehälter zum eigenen Gebrauch und zum Verkauf. Später arbeiteten auch Männer mit.
Bekannte Töpferorte in Marokko sind das Frauentöpferzentrum Ifrane Ali im Rifgebirge des Nordens, Gueddera bei Fez, Amizmiz und Ourika südlich von Marrakesch, Salé und in heutiger Zeit Safi an der Atlantikküste.


Tajine und Mejmar aus Marokko
Tajine und Mejmar - seit der Antike im Einsatz
Das Kochgeschirr besteht aus dem tellergroßen Schmortopf mit dem pyramidenförmigen oder halbrunden Deckel, der auf ein passendes Kohlebecken „Mejmar“ gestellt wird. Tajine ist eigentlich nur der Name für den Schmortopf, der als flacher Teller mehr in Rabat und Salé  oder als tiefer Topf südlich von Marrakech hergestellt wurde. Heute werden alle Formen überall getöpfert, auch um die touristische Nachfrage zu bedienen.
Die Formen der Tonwaren, wie runde Böden und die Aufbau-Wulst-Technik sind im Süden aus Westafrika (Mali) beeinflusst, während im Norden und Nordosten Marokkos Einflüsse aus Andalusien durch die Rückwanderer ab dem 12. Jahrhundert erkennbar sind.
Bereits im Altertum war Kochgeschirr dieser Art im ganzen Mittelmeerraum verbreitet. Ähnlich aussehende Irdenware wurde  in Griechenland hergestellt, im Römischen Reich war das nordafrikanische Tongeschirr der Berber mit dem besonderen Glanzton „Terra sigillata“  besonders begehrt.  

Tajine - typisch maghrebinisch
Tajne ist ein typisch maghrebinisches Kochgeschirr und es ist weder, wie in deutschen Kochbüchern behauptet, ein „orientalisches“ noch ein Kochgeschirr mit „arabischem Hintergrund“, da es bereits Tajine gab, bevor die Araber eingewandert sind. Arabisch kam in den Maghreb ab 700 bis 800 nach Chr. an. Lange haben die Berber die arabische Sprache gar nicht angenommen, erst als immer mehr arabische Nomaden nach Nordafrika vordrangen und sich schließlich niedergelassen haben, kam auch die Verwaltung nach und nach an und in den Städten musste arabisch gelernt werden.

Tajine - Benutzung
Unserem Römertopf nicht unähnlich wird in der Tajine hauptsächlich geschmort bzw. gedünstet, obwohl darin auch angebraten werden kann. Im Unterschied zum Römertopf, der die Hitze des Backofens benötigt, stellt man die gefüllte Tajine auf eine Herdplatte und lässt das Gemüse im eigenen Saft bei geringer Hitze garen. Nachfüllen und Umrühren sind nicht nötig, denn das wasserhaltige, härtere Gemüse liegt unten und das leichtere oben drauf. Das langsame Kochen à la Slow Food spart Energie und ist gesünder. Vor allem bleibt der Eigengeschmack der Zutaten erhalten, besonders in der unglasierten Variante. Ein besonderes Erlebnis ist es, mit der selbst getöpferten Tajine zu kochen.

Im Kulturpunkt Bruck in Erlangen haben Sie die Gelegenheit dieses praktische Kochgeschirr am nächsten Wochenende (15. und 16. April 2016) selbst herzustellen.


Töpferworkshop mit Karin Fey und dem Thema „Tajine aus Marokko“.
Ist die selbstgetöpferte Tajine gut gelungen, steht dem Kochen eines Tajine-Gerichts nichts mehr im Wege.
Freitag, 15. April 18 - 21 Uhr und
Samstag, 16. April 09 - 17 Uhr   
Anmeldung bis nächsten Mittwoch möglich.  

Kulturpunkt Bruck
Fröbelstr. 6
91058 Erlangen
Telefon: 09131 / 30 36 64
Fax: 09131 / 71 01 59


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