Donnerstag, 18. Oktober 2012

Reisebüro Afrika Welt Reisen erweitert Angebot

Afrika Welt Reisen
Mit mehr als 6000 Studien-, Kultur- und Erlebnisreisen erweitert, das auf Afrika spezialisierte Reisebüro Afrika Welt Reisen, das Angebot auf Reisen weltweit.

„Eine grössere Auswahl zu bieten, ist gerade im Internet wichtig,“ sagt Inhaberin Birgit Agada, „obwohl ich als Reiseleiterin weiterhin Reisen in die Sahara bevorzuge. Doch im Moment sind, ausser Algerien, die Nachbarländer schwierig bis gar nicht bereisbar.“

Deshalb bietet sie nun Klassiker wie ....


Montag, 8. Oktober 2012

Nomade - eine Novelle in der Stadt Köln

Köln inszeniert ein ungewöhnliches „Buch“projekt vom 5. bis 21. Oktober 2012

Der marokkanische Autor und Künstler Youssouf Amine Elalamy kommt aus der Hauptstadt Rabat. Er zeigt die faszinierende Geschichte des Nomaden Tachfine, die an fünf verschiedenen Plätzen in Köln auf großformatigen Papierrollen in arabischer Handschrift verfasst, wiedergegeben wird.

                                         Nomade Trailer

                   

Die Geschichte des jungen Nomaden Tachfin

„Hier kommt eine Geschichte, die wurde mit blankem Wasser geschrieben...

Freitag, 28. September 2012

Islamisten dürfen finanziell nicht länger gefördert werden

Sicherheit in der Sahara – Internationale Staatengemeinschaft berät in New York über Militäreinsatz (26.September 2012)

Schutz der Zivilbevölkerung in Mali muss Vorrang haben 

Bei einer internationalen Militärintervention im Norden Malis muss der Schutz der Zivilbevölkerung absoluten Vorrang haben, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Ein Drohnen-Krieg in der Sahara birgt das große Risiko, dass irrtümlich Nomaden, Reisende und Händler, die sich außerhalb der Städte meist in kleineren Gruppen bewegen, getötet werden“, warnte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrfach Tuareg-Zivilisten von Soldaten aus Hubschraubern angegriffen und getötet, weil sie irrtümlich für Rebellen gehalten wurden.
Am Rande der UN-Vollversammlung wird die internationale Staatengemeinschaft am Mittwoch in New York über eine unmittelbar bevorstehende Militärintervention der ECOWAS im Norden Malis beraten. Die Intervention soll sich gegen die Terrorbewegung „El Kaida im Maghreb“ (AQMI) und verbündete radikale Islamisten richten, die inzwischen zwei Drittel des Staatsterritoriums Malis kontrollieren.

AQMI verdient ihr Geld mit Entführungen

Nachdrücklich appellierte die GfbV vor allem an die Staaten der Europäischen Union (EU), im Falle von Entführungen oder Geiselnahmen an AQMI und seine Verbündeten kein Lösegeld mehr zu zahlen.....

Islamisten fordern Scharia für Mali

Wachsender Einfluss von radikalen Islamisten in Nordwestafrika - Zunehmende Menschenrechtsverletzungen im Norden Malis
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat vor der Einführung der Scharia in allen Landesteilen Malis gewarnt. "Die Islamisten fordern nicht aus religiösen Gründen die Einführung des traditionellen muslimischen Rechts, sondern um ihre Macht zu demonstrieren und Kontrolle auszuüben", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag, den 24. September 2012 in Göttingen. "Diesem Druck nachzugeben würde einer Bankrotterklärung der Demokratie in Mali gleichkommen. " Die "Bewegung für die Einheit und den Jihad in Westafrika" (MUJAO) hatte am Wochenende die Einführung der Scharia in allen Landesteilen zur Bedingung für Friedensverhandlungen mit der Regierung Malis erklärt. Die MUJAO, El Kaida im Maghreb (AQMI) und die mit ihnen verbündete radikal-islamische Ansar Dine kontrollieren seit dem Frühsommer 2012 die nördliche Landeshälfte Malis.


Tuareg praktizieren gemäßigten Islam

Zwar sind 90 Prozent der Menschen im Norden Malis Muslime. Der dort praktizierte Islam galt jedoch immer als besonders gemäßigt. Alkohol- und Rauchverbote sowie das Tragen des Schleiers für Frauen waren unbekannt. "In Timbuktu müssen heute sogar Tuareg-Frauen, die traditionell niemals einen Schleier tragen, sich in der Öffentlichkeit nur verschleiert zeigen, wenn sie der Verhaftung entgehen wollen."

Unmenschliche Verstümmelungen als Machtdemonstration


Auch beklagte die GfbV die zunehmende Zahl ...


Donnerstag, 13. September 2012

Rue Darwin - Roman


Rue Darwin von Boualem Sansal

Deutsche Übersetzung von Christiane Kayser

„Geh, kehre in die Rue Darwin zurück“ hörte Yazid eine Stimme aus dem Jenseits. Er bekam eine Gänsehaut. Er stand am Bett seiner gerade gestorbenen Mutter, seine Schwestern und Brüder neben ihm. Sie haben nichts gehört.
Zurückzukehren hieße sich zu erinnern, an sein Leben als Kind in der Rue Darwin im Stadtteil Belcourt in Algier. Wollte er das? Hatte er nicht damit abgeschlossen?  

Zerrissene Familienbande
Seine Schwestern und Brüder leben inzwischen in Kanada, Amerika, Frankreich, einer ist in Afghanistan vom rechten Weg abgekommen, nur Yazid ist in Algerien geblieben.
Yazid hat sich sein Leben lang ...


Donnerstag, 5. Juli 2012

Algerien - Die unbekannte Schöne

Zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Algeriens

Wird über Algerien berichtet, drehen sich die Themen oft um Erdöl, Erdgas und Politik. Viele Algerier, natürlich nicht alle, akzeptieren die Regierung und Präsident Abdelaziz Bouteflika ist beliebt. Es gibt Zeitungen, die täglich mehr oder weniger neutral berichten und natürlich gibt es auch viele Dinge, die in unseren Augen politisch nicht korrekt sind, aber ist es bei uns nicht ebenso?

Worüber kaum geschrieben wird, ist die Schönheit des Landes.
Algerien hat wunderschöne Landschaften, die abgesehen von der Sahara, kaum jemand in Deutschland kennt. ...

Dienstag, 24. April 2012

Azawad-Mali: Berichte aus 1. Hand

Günter Wippel von der Organisation Menschenrechte 3000 gibt neueste Informationen über die aktuelle Situation in Azawad.

Wir haben seit inzwischen über 10 Jahren gute Freundschaft mit Tuaregfamilien sowie einer NGO aus Mali, die uns Informationen aus erster Hand über die Sicherheitslage in Bamako etc. gegeben haben.Nun hatten wir Gelegenheit, wieder aus 1. Hand, aktuell zu erfahren, wie die Situation im neuen ausgerufenen Staat Azawad ist; vieles, was in den Medien bzw. Internet hier 'herumgeistert', ist nicht unbedingt zutreffend.


1./ Die MNLA (Mouvement National de Libération de l’Azawad)  hat "Azawad" als neuen Staat ausgerufen.
Nach Tagen von Durcheinander (die wir auch nicht beschönigen wollen), sieht es momentan so aus:..

Donnerstag, 22. März 2012

Mali: Militärputsch verhindert friedliche Lösung des Tuareg-Konflikts

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verurteilt den Staatsstreich in Mali. "Der Putsch ist ein schwerer Rückschlag für die Demokratisierung Westafrikas", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. "Darüber hinaus macht er alle Bemühungen um eine friedliche Lösung der Tuareg-Rebellion zunichte." Denn der nun herrschende Soldatenrat setzt auf eine militärische Zerschlagung der Tuareg- Freiheitsorganisation "Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad" (MNLA) im Norden Malis. "Die gewaltsame Machtübernahme durch das Militär ist ein schwarzer Tag für vor die vor kriegerischen Auseinandersetzungen flüchtende Zivilbevölkerung im Tuareg-Gebiet. Der Exodus wird sich noch weiter verschärfen."

Opposition fordert Waffenstillstand und Verhandlungen

Nach dem Sturz des gewählten Staatspräsidenten Amadou Toumani Touré hat in Mali ...

Mittwoch, 21. März 2012

Tuareg-Konflikt in Mali: Mehr als 217.000 Menschen in der Sahara auf der Flucht

Mehr als 217.000 Menschen sind seit Ausbruch des Tuareg-Konfliktes in Mali im Januar 2012 auf der Flucht, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag, den 19. März 2012 in Göttingen. "Dringend benötigen vor allem die Flüchtlinge in Niger und Mauretanien mehr Hilfe", sagte der GfbV- Afrikareferent Ulrich Delius. "Neben humanitärer Hilfe sind aber vor allem politische Initiativen der internationalen Staatengemeinschaft notwendig, um einen Waffenstillstand zu erreichen und den Tuareg-Konflikt friedlich zu lösen."

Zahl der Flüchtlinge nimmt stark zu

Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit sind...

Mittwoch, 14. März 2012

Kein Grund zum Feiern – Anhaltende Menschenrechtsverletzungen in Algerien

50 Jahre Unabhängigkeit Algeriens – Verträge von Evian (18.3.1962)

Göttingen, 14. März 2012
Zum 50. Jahrestag der Verträge von Evian, die die Unabhängigkeit Algeriens von der Kolonialmacht Frankreich regelten, zieht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritische Bilanz über die Menschenrechtslage in dem nordafrikanischen Staat. „Algeriens Machthaber sind für den gewaltsamen Tod von zehntausenden Menschen verantwortlich, doch niemand zieht sie zur Rechenschaft“, kritisiert die Menschenrechtsorganisation in einem 13 Seiten umfassenden Memorandum. „Brutale Unterdrückung von Protesten, Straflosigkeit, Korruption, Vetternwirtschaft und die Ausgrenzung nicht-arabischer Minderheiten kennzeichnen bis heute die katastrophale Menschenrechtslage in Algerien.“

„An den Händen der algerischen Führung klebt Blut, denn sie ist mitverantwortlich für den Tod von 120.000 bis 150.000 Menschen während des Bürgerkrieges in den 90er-Jahren“, erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Mit der illegalen Bewaffnung von Milizen und gezielten Terrorakten des Geheimdienstes DRS schürte der staatliche Sicherheitsapparat die Gewalt. Bis heute ist das Schicksal von mindestens 6.146 namentlich bekannten Verschwundenen noch immer ungeklärt, die während des Bürgerkriegs (1991-2001) vermutlich von Sicherheitskräften entführt, gefoltert und ermordet wurden.

Wurden die Trappisten-Mönche gezielt ermordet ?
„Um international Unterstützung im Kampf gegen radikale Islamisten zu bekommen, ist der Regierung Algeriens jedes Mittel recht“, erklärte Delius. So entführten Geheimdienstmitarbeiter, die die radikal-islamische GIA–Bewegung unterwandert hatten, im März 1996 sieben französische Trappisten-Mönche. Den Mönchen, die bei der Entführung zu Tode kamen, wurde vorgeworfen,...

Sonntag, 4. März 2012

ITB Berlin lädt zur Abenteuerreise um die Welt ein

 Es ist soweit, die Welt trifft sich wieder in Berlin zur Internationalen Tourismusbörse ITB. Vom 7. bis 11. März 2012 präsentieren Aussteller aus 180 Ländern, darunter viele Tourismusämter, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter ihre Neuigkeiten und laden zu einer Reise um die Welt ein. Während der ersten Tage tauschen sich Fachbesucher aus. Am Samstag, 10.03. und Sonntag, 11.03. stehen die Hallen am Funkturm dem abenteuerlustigen und (fern)reiseliebenden Publikum offen.

Partnerland Ägypten und Maghrebländer
Diesjähriges Partnerland ist Ägypten, das nach dem "befreienden" arabischen Frühling im letzten Jahr auf zahlreiche Besucher hofft und die Halle 23 komplett angemietet hat.
Auch Tunesien präsentiert sich mit neuen Ideen für eine Reise durch das geschichtsträchtige Land, das weitaus mehr als nur Strand und Sonne zu bieten hat. Die Nachbarländer in Nordafrika, Algerien und Marokko, sind ebenfalls zu Gast und informieren in der gleichen Halle 21 über Reisemöglichkeiten. Das Algerische Fremdenverkehrsamt stellt Kunsthandwerker und Folkloregruppen mit Musik und Tanz vor. Neben Reiseinformationen zu Land und Leuten können sich interessierte Besucher zu Kameltrekking und Saharatouren beraten lassen. Unter anderem ist der Wüstenspezialist Cap Sahara Tours aus Erlangen mit dabei. 

Internationale Tourismusbörse ITB
Messhallen am Funkturm

07.03. - 11.03.2012 für Fachbesucher
10.03. - 11.03.2012 für Publikum
geöffnet von 10 bis 18 Uhr

Eintritt: Tageskarte Privatbesucher: Euro 14,50 Erwachsene, Kinder bis 14 Jahre kostenlos
              Schüler/Studenten Euro 8,00


weitere Informationen:
www.ITB-Berlin.de/
www.Algerien-Infos.de/
www.Cap-Sahara-Tours.de/

Montag, 13. Februar 2012

Tuareg-Konflikt eskaliert - Mindestens 78.000 Menschen auf der Flucht

Mindestens 78.000 Menschen sind seit Ausbruch des neuen Tuareg- Konfliktes im Norden Malis vor vier Wochen vor Gewalt und Übergriffen geflohen. Dies erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Samstag in Göttingen. "Alleine in den letzten fünf Tagen sind 59.000 Tuareg und Angehörige anderer Bevölkerungsgruppen aus dem Krisengebiet geflüchtet", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. "Angesichts der Massenflucht muss die internationale Staatengemeinschaft dringend konkrete Friedensinitiativen für den Norden Malis ergreifen." Ein Aufruf der französischen Regierung zum sofortigen Widerstand stieß auf keine nennenswerte Resonanz.

Massenflucht im Norden Malis

Von den mindestens 78.000 Flüchtlingen haben 40.000 Menschen in den Nachbarländern Malis Zuflucht gesucht. Rund 15.000 erbaten in Niger Schutz, 12.000 trafen in Mauretanien ein, 8.000 Menschen nahm Burkina Faso auf und 5.000 Personen suchten in Algerien Schutz. Täglich nimmt die Zahl der Flüchtlinge zu, die in den Nachbarstaaten Zuflucht suchen.

Doch auch in Mali hält das Flüchtlingselend an. So leben mindestens 38.000 Menschen als Binnenvertriebene aufgrund der anhaltenden Kämpfe zwischen der Tuareg-Freiheitsorganisation "Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA) im Norden Malis. Allein aus der Stadt Menaka in der Region Gao sind rund 26.000 Menschen geflohen. Auch in der Region Timbuktu sind nach Schätzungen lokaler Organisationen weit mehr als 10.000 Menschen auf der Flucht.

Massenflucht von Tuareg, auch wegen Hungerkatastrophe

"Die Massenflucht von Tuareg und anderen Bewohnern dieser kargen Region droht die sich abzeichnende Hungerkatastrophe in der Sahelzone noch weiter zu verschärfen", erklärte Delius. "Denn auch dort, wo die Flüchtlinge nun Schutz suchen, fehlt es bereits heute an Nahrungsmitteln."

Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hatte in dieser Woche davor gewarnt, dass schon bald rund elf Millionen Menschen in der Sahelzone unter einer Hungerkatastrophe leiden könnten. Auch werden die militärischen Auseinandersetzungen die Versorgung der Not leidenden Bevölkerung weiter erschweren.

weitere Informationen gibt die Gesellschaft für bedrohte Völker
 
 

Montag, 6. Februar 2012

Auslöschung der Tuareg befürchtet

16.000 Menschen fliehen vor Gewalt in Nachbarländer
Mehr als 16.000 Menschen sind seit Ausbruch des Tuareg-Konfliktes in Mali vor drei Wochen in die Nachbarländer Niger, Mauretanien und Burkina Faso geflohen. Allein seit Freitag letzter Woche haben mehr als 4.000 neue Flüchtlinge in Mauretanien Zuflucht gesucht, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag in Göttingen. "Vor allem Frauen und Kinder fliehen vor den Kämpfen zwischen Tuareg-Rebellen und regulären Soldaten sowie vor Übergriffen der Konfliktparteien", sagte der GfbV- Afrikareferent Ulrich Delius. Viele Flüchtlinge sind Tuareg sowie Angehörige anderer in den Städten Nord-Malis lebender ethnischer Gruppen.

Kinder und Hochschwangere müssen ihr Land verlassen
So sind unter den Neuankömmlingen in Mauretanien mehr als 1.450 Kinder im Alter unter fünf Jahren. Auch rund 80 hochschwangere Frauen suchten am Wochenende Schutz in dem 1.260 Kilometer östlich der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott gelegenen Grenzstadt Fassala Néré. "Dringend benötigen diese Flüchtlinge mehr humanitäre Betreuung, da die örtlichen Einrichtungen mit der Versorgung der vielen Hilfe suchenden Flüchtlinge überfordert sind", erklärte Delius.

Übergriffe von Soldaten auf Tuareg
Während in Mauretanien eintreffende Flüchtlinge über Übergriffe von Soldaten auf Tuareg berichten, suchen in Niger auch viele Angehörige anderer ethnischer Gruppen Zuflucht, die vor Angriffen von Tuareg-Rebellen auf ihre Städte flohen. Fast 10.000 Flüchtlinge aus Nord-Mali haben in den letzten zwei Wochen im Nachbarland Niger Schutz gesucht. Auch im benachbarten Staat Burkina Faso trafen bereits mehrere hundert Tuareg- Flüchtlinge ein.

Tuareg-Konflikt in Mali eskaliert
"Der Exodus der Zivilbevölkerung aus dem Norden Malis wird noch weiter zunehmen, da kein Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen absehbar ist", warnte Delius. Während die Armee Malis über schwere Kämpfe mit der Tuareg-Freiheitsorganisation "Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA)" berichtete, bei denen letzten Freitag und Samstag 20 Tuareg-Kämpfer getötet worden sein sollen, behauptet die MNLA, die Regierungssoldaten aus weiteren strategisch bedeutsamen Positionen im Norden Malis vertrieben zu haben. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben aufgrund der schwierigen Sicherheitslage nicht überprüfbar.

Malis Regierung setzt auf eine militärische Niederlage der MNLA. Doch die Vorsitzenden der fünf bedeutendsten politischen Parteien des Landes haben die Regierung am letzten Wochenende zum Dialog mit den Tuareg aufgefordert, um eine politische Lösung des Konflikts zu finden.

Weitere Informationen gibt Ulrich Delius  Tel. 0160 / 95 67 14 03
http://www.gfbv.de/

Freitag, 3. Februar 2012

Mali muss den Schutz von Tuareg garantieren

Nach pogromartigen Übergriffen gegen Tuareg hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)  die Regierung Malis aufgefordert, den Schutz der Tuareg-Zivilbevölkerung zu garantieren. "Die Tuareg dürfen nicht alleine aufgrund ihrer ethnischen Abstammung pauschal als mutmaßliche "Aufständische" behandelt werden und ihnen der Schutz durch Sicherheitskräfte verweigert werden", erklärte der GfbV- Afrikareferent Ulrich Delius. "Verantwortliche für Pogromartige Übergriffe gegen unbewaffnete Tuareg müssen vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden. Unbewaffnete Tuareg wie Freiwild zu behandeln, verstößt gegen internationale Menschenrechtskonventionen."

Tuareg wurden angegriffen
Nach militärischen Erfolgen von Tuareg-Rebellen sind seit letztem Dienstag Geschäfte und Häuser von Tuareg in den Städten Kati und Bamako angegriffen worden, ohne dass Sicherheitskräfte intervenierten. Vor allem Frauen und Mütter von Soldaten, die seit Ausbruch der neuen Tuareg- Revolte im Norden Malis im Januar 2012 getötet wurden, hatten in der Garnisonsstadt Kati eine Apotheke, ein Krankenhaus und weitere Geschäfte von Tuareg verwüstet und geplündert. Tuareg-Bewohner der Stadt suchten daraufhin im Polizeipräsidium Zuflucht, weil sie um ihr Leben fürchteten.

Tuareg haben Anrecht auf Schutz
"Unbewaffnete Tuareg haben wie alle anderen Staatsbürger Malis ein Anrecht auf Schutz durch staatliche Sicherheitskräfte", erklärte Delius. Als oberster Garant der staatlichen Ordnung müssen Polizei und Armee die Sicherheit aller Staatsbürger sowie den Schutz ihres Eigentums unabhängig von ihrer ethnischen Abstammung gewährleisten.

Tuareg dürfen nicht ausgegrenzt werden
Die Demonstranten und die Regierung Malis warfen Tuareg-Rebellen...

Dienstag, 31. Januar 2012

Filmfestival in Frankfurt – Africa Alive

Vom 1. bis zum 9. Februar 2012 werden im Deutschen Filmmuseum und im Filmforum Höchst in Frankfurt Produktionen aus Afrika gezeigt, die zum Teil zwischen 2009 und 2011 entstanden. Themenschwerpunkt ist aus aktuellem Anlass Nordafrika mit Filmen aus Algerien, Ägypten, Tunesien, Marokko, einer Lesung, einem Radio Feature und einem Vortrag mit Filmbeispielen.


Filmproduktionen aus Afrika

Gezeigt werden aber auch neue Filmproduktionen aus Afrika wie der Film „Le mec idéal – The perfect Guy“ aus Côte D’Ivoire, „Viva Riva“ aus D.R.Kongo, „iThemba“ aus Zimbabwe, „Notre Etrangère“ aus Burkina Faso und „Mama Africa“ aus Südafrika mit einer Hommage an Miriam Makeba, der „Stimme Afrikas“, die zum Teil 2011 in Burkina Faso während des dortigen Kinofestivals FESPACO zu sehen waren.

Drohungen und Schikanen behindern Dreharbeiten

Es ist immer schwierig Filme in diktatorischen Ländern zu drehen. Trotzdem gibt es mutige Regisseure und Filmemacher, die sich trauen, Missstände und Ungerechtigkeiten in ihren Ländern zu zeigen. Trotz Zensur, Verbote und behördlicher Schikanen drehen sie weiter und können ihre Dokumentationen oder Spielfilme oft nur im Ausland zeigen.

Themenschwerpunkt Nordafrika

In Tunesien wird die Filmemacherin Nadia el Fani von der Jasminrevolution eingeholt, denn sie hatte schon davor ihren Film „Laicité inch’allah“ über die Trennung zwischen Staat und Religion und die Rolle der Frau in der tunesischen Gesellschaft zu drehen begonnen.

Filme der "Arabischen Revolution"

Im Film „Plus jamais peur – No more Fear“, zu deutsch „Wir haben keine Angst mehr“ dokumentiert Regisseur Mourad Ben Cheikh die tunesische Revolution aus der Sicht der Bloggerin Lina Ben Mheni, die den Mut hatte über die Situation in Sidi Bouzid und die Selbstverbrennung von Mohamed Bouazizi zu schreiben, der Anwältin Radhia Nasraoui, die sich aktiv für Menschenrechte einsetzte und unter den Repressionen der Diktatur von Ben Ali zu leiden hatte und des Journalisten Karem Cherif, der ebenfalls an der Revolution teilnahm und schon zuvor mit Problemen seitens der Politik zu kämpfen hatte. Für alle drei Protagonisten ist die Überwindung der Angst vor dem Regime das wichtigste Ergebnis der Revolution.
In Ägypten hatte sich die Regisseurin Amal Ramsis als Touristin getarnt und mit einer kleinen Kamera auf die „absurden Verbote“ in Ägypten zur Zeit Hosni Mubaraks aufmerksam machen wollen, aber schon hatte sie selbst mit Zensur und Problemen der Behörden zu kämpfen, was ihr Film „Mamnou – Forbidden“ auf humorvolle Art zeigt.

50 Jahre Unabhängigkeit in Algerien

Am 5. Juli 2012 jährt sich der Unabhängigkeitstag Algeriens zum fünfzigsten Mal. Aus diesem Grund..

Dienstag, 24. Januar 2012

Thementag Afrika - bunt, facettenreich, informativ

Afrikatag im Kölner Rautenstrauch Joest Museum


Am Sonntag, 29. Januar 2012 findet der Thementag Afrika zum zweiten Mal im Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt in Köln statt.
Mit Vorträgen, Workshops, Live-Musik und kulinarischen Köstlichkeiten werden die Besucher informiert und eingeladen, sich mit unserem großen Nachbarkontinent auseinanderzusetzen und anzufreunden.
Das abwechslungsreiche und spannende Programm verspricht Kindern und Erwachsenen, einen ausgefüllten Tag im Museum zu erleben.

Einige Angebote aus dem umfangreichen Programm

Wer sich für die gebräuchlichste Sprache Ostafrikas, Swahili, interessiert, erhält innerhalb einer Stunde einen ersten Einblick und kann einige Wörter für die nächste Reise nach Kenya oder Tanzania lernen.

Die Präsentation "Stille Flucht" zeigt "die vergessene Tragödie des saharaouischen Volkes aus der Westsahara" des Kölner Fotografen Boris Becker. Er, der Saharaui Ali M´Barek Mouloud und Dietmar Kappe von der UNO-Flüchtlingshilfe berichten und laden anschliessend zur Diskussion ein. Die Westsahara wird seit 35 Jahren von Marokko besetzt, viele Bewohner leben seit dieser Zeit im algerischen Tindouf in Flüchtlingscamps und kämpfen um ihre Rechte und Unabhängigkeit.

Liesel Schulze-Meyer von der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft präsentiert "Mode und Textilien in Afrika" in einer kommentierten Diashow. Afrikanische Modeschöpferinnen und Modeschöpfer nutzen die immense Vielfalt an traditionellen Stoffen und Mustern und ihre Kreativität, um moderne Kostüme, Festtags- und Alltagskleidung, auch für den europäischen und amerikansichen Markt zu entwickeln. Einige haben sich bereits erfolgreich in Paris oder London niedergelassen, andere fördern Schneiderinnen und Schneider in Afrika, wie zum Beispiel im Senegal, mit eigenen Schulen und Werksätten.
Liesel Schulze-Meyer gibt Einblicke in die Vielfalt der traditionellen afrikanischen Stoffe, zeigt festliche Gewänder und Alltagskleidung und stellt eine Auswahl afrikanische Haut-Couturies aus afrikanischen Ländern vor.

Für Kinder wird eine Führung zu den "Tuareg - Die blauen Reiter der Wüste" angeboten und in der offenen Kinderwerkstatt können sie Felszeichnungen selbst anfertigen.


Montag, 23. Januar 2012

Ausstellung: Was trägt man in Nord- und Westafrika ?

Djellaba, Boubou, Bogolan - Kleidung und Stoffe aus Nord- und Westafrika


Das Kunsthistorische Museum in Nürnberg zeigt vom  22. Januar 2012 bis 13. Mai 2012 in einer Sonderausstellung "Kleidung und Stoffe aus Nord- und Westafrika".
 
Kunstvolle Stoffe mit farbenprächtigen Drucken
Klare Linien und kräftige Farben kennzeichnen viele afrikanische Stoffe und Textilien. In einer kleinen, feinen Sonderausstellung finden Sie wollene Umhänge aus dem Norden des Kontinents genauso wie kühle Baumwollstoffe und seltene Seidengewänder aus Westafrika. Lange Stoffstreifen sind die Basis. Aneinander genäht und mit Schlamm bemalt oder ins Farbbad getaucht entstehen daraus kunstvolle Stoffe und ausladende Gewänder. Auch farbenprächtige Batiken und Drucke sind zu sehen, die das gegenwärtige Straßenbild prägen.
 
Traditionelle und moderne Kleidung
Gezeigt werden Stoffe und Kleidungsstücke aus Nord- und Westafrika, die im Laufe der vergangenen Jahre in die Sammlungen gelangten - mitgebracht als Erinnerungsstücke von Reisen Nürnberger Bürger oder gezielt angekauft, um den Sammlungsbestand zu ergänzen. Diesen jüngeren Textilien, die oft erstmals der Öffentlichkeit zugänglich sind, stehen einige Prachtstücke aus dem Magazin der Abteilung für Völkerkunde gegenüber: Ein weites magentafarbiges und besticktes Gewand (ein Boubou) stammt aus dem 19. Jahrhundert, genauso wie ein Jagdrock, dessen Amulette den Jäger oder Krieger vor unglücklichen Begegnungen schützen sollen.
Auch Besucher können sich an der Ausstellung beteiligen: Handspindeln laden ein, aus Baumwolle (brauchbare?) Fäden zu produzieren. Auch die alte Technik der Bandweberei können die Besucherinnen und Besucher an einem Webstuhl-Nachbau selbst ausprobieren.

Mali: Neue Tuareg-Revolte im Norden des Landes

Göttingen, 20. Januar 2012
Tourismus in der Sahara droht der Kollaps

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat nach dem Ausbruch einer neuen Tuareg-Revolte im Norden Malis vor einer Eskalation der Gewalt in der Sahara und vor Reisen in den Nordosten des nordwestafrikanischen Landes gewarnt. "Dem Norden Malis droht eine lange militärische Auseinandersetzung, da die Tuareg-Rebellen nichts zu verlieren haben und militärisch gut ausgerüstet sind", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. "Für den Tourismus in der Region um Timbuktu bedeutet dies den endgültigen Zusammenbruch." Er war nach Entführungen von Europäern durch die radikal-islamische Terrorbewegung El Kaida im Maghreb (AQMI) bereits massiv beeinträchtigt worden.

Tuareg wollen al-Kaida du Maghreb islamique nicht
Mit wachsender Sorge verfolgten die Tuareg den zunehmenden Einfluss von AQMI, die in den letzten Monaten 12 Ausländer entführten. Die Geiseln werden voraussichtlich im Norden Malis in Gewahrsam gehalten. Die Tuareg wollen mit ihrer Revolte sowohl AQMI aus der Region vertreiben, als auch ihren Anspruch auf Selbstbestimmung gegenüber der Regierung Malis unterstreichen.

Malis Armee in Tuareg-Städten Tessalit, Aguelhok und Menaka
Am Dienstag und Mittwoch letzter Woche (17. und 18. Januar 2012) haben Tuareg-Kämpfer der "Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA)" drei Städte entlang der Grenze zu Algerien (Tessalit, Aguelhok) und Niger (Menaka) angegriffen. Nach von unabhängiger Seite bislang unbestätigten Berichten sollen ....