Dienstag, 31. Januar 2012

Filmfestival in Frankfurt – Africa Alive

Vom 1. bis zum 9. Februar 2012 werden im Deutschen Filmmuseum und im Filmforum Höchst in Frankfurt Produktionen aus Afrika gezeigt, die zum Teil zwischen 2009 und 2011 entstanden. Themenschwerpunkt ist aus aktuellem Anlass Nordafrika mit Filmen aus Algerien, Ägypten, Tunesien, Marokko, einer Lesung, einem Radio Feature und einem Vortrag mit Filmbeispielen.


Filmproduktionen aus Afrika

Gezeigt werden aber auch neue Filmproduktionen aus Afrika wie der Film „Le mec idéal – The perfect Guy“ aus Côte D’Ivoire, „Viva Riva“ aus D.R.Kongo, „iThemba“ aus Zimbabwe, „Notre Etrangère“ aus Burkina Faso und „Mama Africa“ aus Südafrika mit einer Hommage an Miriam Makeba, der „Stimme Afrikas“, die zum Teil 2011 in Burkina Faso während des dortigen Kinofestivals FESPACO zu sehen waren.

Drohungen und Schikanen behindern Dreharbeiten

Es ist immer schwierig Filme in diktatorischen Ländern zu drehen. Trotzdem gibt es mutige Regisseure und Filmemacher, die sich trauen, Missstände und Ungerechtigkeiten in ihren Ländern zu zeigen. Trotz Zensur, Verbote und behördlicher Schikanen drehen sie weiter und können ihre Dokumentationen oder Spielfilme oft nur im Ausland zeigen.

Themenschwerpunkt Nordafrika

In Tunesien wird die Filmemacherin Nadia el Fani von der Jasminrevolution eingeholt, denn sie hatte schon davor ihren Film „Laicité inch’allah“ über die Trennung zwischen Staat und Religion und die Rolle der Frau in der tunesischen Gesellschaft zu drehen begonnen.

Filme der "Arabischen Revolution"

Im Film „Plus jamais peur – No more Fear“, zu deutsch „Wir haben keine Angst mehr“ dokumentiert Regisseur Mourad Ben Cheikh die tunesische Revolution aus der Sicht der Bloggerin Lina Ben Mheni, die den Mut hatte über die Situation in Sidi Bouzid und die Selbstverbrennung von Mohamed Bouazizi zu schreiben, der Anwältin Radhia Nasraoui, die sich aktiv für Menschenrechte einsetzte und unter den Repressionen der Diktatur von Ben Ali zu leiden hatte und des Journalisten Karem Cherif, der ebenfalls an der Revolution teilnahm und schon zuvor mit Problemen seitens der Politik zu kämpfen hatte. Für alle drei Protagonisten ist die Überwindung der Angst vor dem Regime das wichtigste Ergebnis der Revolution.
In Ägypten hatte sich die Regisseurin Amal Ramsis als Touristin getarnt und mit einer kleinen Kamera auf die „absurden Verbote“ in Ägypten zur Zeit Hosni Mubaraks aufmerksam machen wollen, aber schon hatte sie selbst mit Zensur und Problemen der Behörden zu kämpfen, was ihr Film „Mamnou – Forbidden“ auf humorvolle Art zeigt.

50 Jahre Unabhängigkeit in Algerien

Am 5. Juli 2012 jährt sich der Unabhängigkeitstag Algeriens zum fünfzigsten Mal. Aus diesem Grund..

Dienstag, 24. Januar 2012

Thementag Afrika - bunt, facettenreich, informativ

Afrikatag im Kölner Rautenstrauch Joest Museum


Am Sonntag, 29. Januar 2012 findet der Thementag Afrika zum zweiten Mal im Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt in Köln statt.
Mit Vorträgen, Workshops, Live-Musik und kulinarischen Köstlichkeiten werden die Besucher informiert und eingeladen, sich mit unserem großen Nachbarkontinent auseinanderzusetzen und anzufreunden.
Das abwechslungsreiche und spannende Programm verspricht Kindern und Erwachsenen, einen ausgefüllten Tag im Museum zu erleben.

Einige Angebote aus dem umfangreichen Programm

Wer sich für die gebräuchlichste Sprache Ostafrikas, Swahili, interessiert, erhält innerhalb einer Stunde einen ersten Einblick und kann einige Wörter für die nächste Reise nach Kenya oder Tanzania lernen.

Die Präsentation "Stille Flucht" zeigt "die vergessene Tragödie des saharaouischen Volkes aus der Westsahara" des Kölner Fotografen Boris Becker. Er, der Saharaui Ali M´Barek Mouloud und Dietmar Kappe von der UNO-Flüchtlingshilfe berichten und laden anschliessend zur Diskussion ein. Die Westsahara wird seit 35 Jahren von Marokko besetzt, viele Bewohner leben seit dieser Zeit im algerischen Tindouf in Flüchtlingscamps und kämpfen um ihre Rechte und Unabhängigkeit.

Liesel Schulze-Meyer von der Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft präsentiert "Mode und Textilien in Afrika" in einer kommentierten Diashow. Afrikanische Modeschöpferinnen und Modeschöpfer nutzen die immense Vielfalt an traditionellen Stoffen und Mustern und ihre Kreativität, um moderne Kostüme, Festtags- und Alltagskleidung, auch für den europäischen und amerikansichen Markt zu entwickeln. Einige haben sich bereits erfolgreich in Paris oder London niedergelassen, andere fördern Schneiderinnen und Schneider in Afrika, wie zum Beispiel im Senegal, mit eigenen Schulen und Werksätten.
Liesel Schulze-Meyer gibt Einblicke in die Vielfalt der traditionellen afrikanischen Stoffe, zeigt festliche Gewänder und Alltagskleidung und stellt eine Auswahl afrikanische Haut-Couturies aus afrikanischen Ländern vor.

Für Kinder wird eine Führung zu den "Tuareg - Die blauen Reiter der Wüste" angeboten und in der offenen Kinderwerkstatt können sie Felszeichnungen selbst anfertigen.


Montag, 23. Januar 2012

Ausstellung: Was trägt man in Nord- und Westafrika ?

Djellaba, Boubou, Bogolan - Kleidung und Stoffe aus Nord- und Westafrika


Das Kunsthistorische Museum in Nürnberg zeigt vom  22. Januar 2012 bis 13. Mai 2012 in einer Sonderausstellung "Kleidung und Stoffe aus Nord- und Westafrika".
 
Kunstvolle Stoffe mit farbenprächtigen Drucken
Klare Linien und kräftige Farben kennzeichnen viele afrikanische Stoffe und Textilien. In einer kleinen, feinen Sonderausstellung finden Sie wollene Umhänge aus dem Norden des Kontinents genauso wie kühle Baumwollstoffe und seltene Seidengewänder aus Westafrika. Lange Stoffstreifen sind die Basis. Aneinander genäht und mit Schlamm bemalt oder ins Farbbad getaucht entstehen daraus kunstvolle Stoffe und ausladende Gewänder. Auch farbenprächtige Batiken und Drucke sind zu sehen, die das gegenwärtige Straßenbild prägen.
 
Traditionelle und moderne Kleidung
Gezeigt werden Stoffe und Kleidungsstücke aus Nord- und Westafrika, die im Laufe der vergangenen Jahre in die Sammlungen gelangten - mitgebracht als Erinnerungsstücke von Reisen Nürnberger Bürger oder gezielt angekauft, um den Sammlungsbestand zu ergänzen. Diesen jüngeren Textilien, die oft erstmals der Öffentlichkeit zugänglich sind, stehen einige Prachtstücke aus dem Magazin der Abteilung für Völkerkunde gegenüber: Ein weites magentafarbiges und besticktes Gewand (ein Boubou) stammt aus dem 19. Jahrhundert, genauso wie ein Jagdrock, dessen Amulette den Jäger oder Krieger vor unglücklichen Begegnungen schützen sollen.
Auch Besucher können sich an der Ausstellung beteiligen: Handspindeln laden ein, aus Baumwolle (brauchbare?) Fäden zu produzieren. Auch die alte Technik der Bandweberei können die Besucherinnen und Besucher an einem Webstuhl-Nachbau selbst ausprobieren.

Mali: Neue Tuareg-Revolte im Norden des Landes

Göttingen, 20. Januar 2012
Tourismus in der Sahara droht der Kollaps

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat nach dem Ausbruch einer neuen Tuareg-Revolte im Norden Malis vor einer Eskalation der Gewalt in der Sahara und vor Reisen in den Nordosten des nordwestafrikanischen Landes gewarnt. "Dem Norden Malis droht eine lange militärische Auseinandersetzung, da die Tuareg-Rebellen nichts zu verlieren haben und militärisch gut ausgerüstet sind", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. "Für den Tourismus in der Region um Timbuktu bedeutet dies den endgültigen Zusammenbruch." Er war nach Entführungen von Europäern durch die radikal-islamische Terrorbewegung El Kaida im Maghreb (AQMI) bereits massiv beeinträchtigt worden.

Tuareg wollen al-Kaida du Maghreb islamique nicht
Mit wachsender Sorge verfolgten die Tuareg den zunehmenden Einfluss von AQMI, die in den letzten Monaten 12 Ausländer entführten. Die Geiseln werden voraussichtlich im Norden Malis in Gewahrsam gehalten. Die Tuareg wollen mit ihrer Revolte sowohl AQMI aus der Region vertreiben, als auch ihren Anspruch auf Selbstbestimmung gegenüber der Regierung Malis unterstreichen.

Malis Armee in Tuareg-Städten Tessalit, Aguelhok und Menaka
Am Dienstag und Mittwoch letzter Woche (17. und 18. Januar 2012) haben Tuareg-Kämpfer der "Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA)" drei Städte entlang der Grenze zu Algerien (Tessalit, Aguelhok) und Niger (Menaka) angegriffen. Nach von unabhängiger Seite bislang unbestätigten Berichten sollen ....