Montag, 29. Dezember 2014

Dringende Hilfe für Opfer im Bürgerkrieg in Libyen nötig

400.000 Flüchtlinge brauchen dringend Hilfe im vergessenen Bürgerkrieg in Libyen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat zum Ende des Jahres 2014 mehr Hilfe für die Opfer des Bürgerkriegs in Libyen gefordert. „Libyen versinkt im Chaos, die Lage der Zivilbevölkerung hat sich dramatisch verschlechtert, doch die Welt schaut weg“, sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen. Trotz eines dringenden Hilferufs von UN-Organisationen im September 2014 wurden bislang nur zehn Prozent der für die Versorgung der 400.000 Flüchtlinge erforderlichen 35 Millionen US-Dollar zu Verfügung gestellt.

Humanitäre und menschenrechtliche Katastrophe
Auch die Lage der Menschenrechte hat sich in Libyen im Jahr 2014 katastrophal verschlechtert. Entführungen, Hinrichtungen, Enthauptungen, Erschießungen, die Bedrohung von Journalisten, Angriffe auf Menschenrechtler, Folter in Geheimgefängnissen und der Einsatz von Kindersoldaten haben massiv zugenommen. Mehr als 2.000 Menschen sind politisch motivierter Gewalt zum Opfer gefallen. Erst Weihnachten wurde die Leiche einer im Dezember entführten 18 Jahre alten christlichen Koptin gefunden. Sie war wenige Tage zuvor in Sirte mutmaßlich von Islamisten entführt worden. Die Entführer haben auch ihre Eltern, den ägyptischen Arzt Magdi Sobhi Toufik und seine Ehefrau, getötet. Im Februar 2014 waren bereits neun Kopten von Islamisten ermordet worden.

Dunkelhäutige Libyer gefoltert

In der Stadt Misrata werden von Milizen noch immer rund 6.000 Personen in Geheimgefängnissen festgehalten und gefoltert. Viele der Gefangenen stammen aus der Nachbarstadt Tawergha. Diese dunkelhäutigen Libyer werden nur aufgrund ihrer Abstammung als vermeintliche Unterstützer des gestürzten Diktators Gaddafi verfolgt. Für die rund 40.000 aus Tawergha vertriebenen dunkelhäutigen Bewohner gibt es noch immer keine Lösung. Milizen hindern sie daran, in ihre Stadt zurückzukehren. 2.500 der Vertriebenen, die in der Stadt Benghazi Aufnahme gefunden hatten, wurden auch dort wieder verjagt.

Tuareg und andere Berber müssen fliehen

Unter den 400.000 Binnenflüchtlingen Libyens sind auch mehrere zehntausend Berber und Tuareg. So mussten im Herbst 2014 aufgrund von Kämpfen zwischen Milizen mehr als 15.000 Berber aus den im Westen des Landes gelegenen Nafusa-Bergen fliehen. Auch die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Milizen der Volksgruppen der Tuareg und Toubou im Süden des Landes blieben in Europa fast unbeachtet. So flohen aus der Stadt Ubari rund 16.000 Tuareg, nachdem Kämpfe zwischen Tuareg und Toubou um die Kontrolle von Ölfeldern und Handelsrouten eskalierten.    

Ulrich Delius 
Tel. 0160/95671403




Samstag, 30. August 2014

Tilman Zülch, Gründer der Gesellschaft für bedrohte Völker, wird 75

Der Gründer und Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Tilman Zülch, feiert am 2. September seinen 75. Geburtstag.

GfbV hat Beraterstatus bei den UN

Unter seiner Leitung hat sich aus der Hamburger Aktion „Biafra-Hilfe“
1970 die internationale Menschenrechtsorganisation GfbV mit Hauptsitz in Göttingen entwickelt. Sie zählt rund 6000 Mitglieder sowie 20 000 Förderer und Spender, hat Sektionen und Repräsentanten in mehreren europäischen Ländern, in den USA und Irakisch-Kurdistan. Zülch erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sarajevo und den Bürgerrechtspreis des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sowie Herausgeber zahlreicher Bücher. 1993 wurde der GfbV der Beraterstatus bei den Vereinten Nationen verliehen.

Eigene Vertreibung war Auslöser für die Gründung

Die eigene Vertreibung 1945 aus Deutsch-Liebau im Sudetenland hat Zülch zum Getriebenen gemacht. Er studierte Volkswirtschaft und Politik. Doch statt Hamburger Kaufmann zu werden, setzte er sich in ungezählten nationalen und Internationalen Kampagnen gegen Völkermord, Vertreibung und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein. Dabei ging es ihm besonders um die Rechte verfolgter und unterdrückter ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten und Ureinwohner.

Vor wenigen Tagen hat die GfbV noch einmal dazu aufgerufen, langjährig geduldete Flüchtlinge vor der Abschiebung zu schützen. „Wir müssen es vor allem den hier geborenen und aufgewachsenen Flüchtlingskindern ersparen, aus dem Land gejagt zu werden, das längst ihre Heimat geworden ist“, fordert er. Große Sorgen bereiten ihm im Augenblick die Christen und Yeziden im Irak und Syrien, die von der extremistischen Terrorgruppe „Islamischen Staat“ gejagt werden. 

Bedrohte Menschen aus aller Welt suchen Hilfe bei der GfbV

Aber auch Ureinwohner und andere Betroffene aus aller Welt suchen ständig Hilfe bei der GfbV. „Sie werden von unseren sogenannten Errungenschaften überrollt“, sagt Zülch.
Schlagworte wie Klimawandel, Energiehunger und Bodenschatzabbau oder Antiterrorkampf verschleiern den Überlebenskampf vieler kleiner Volksgruppen. Riesige Staudämme, Waldrodungen, Bergbau und Ölbohrungen vernichten ihre Lebensgrundlagen. 
In anderen Regionen haben Kriege und der Antiterrorkampf ihre Haupteinnahmequelle, den Tourismus, zusammenbrechen lassen.

„Machtbesessene oder unwillige Diktatoren, gedankenlose Regierungen oder rücksichtslose Wirtschaftsgiganten schüchtern uns nicht ein“, sagt der GfbV-Gründer bestimmt. „Wir schwimmen auch künftig konsequent und ideologisch unabhängig gegen den Strom.“ Deutsche Vergangenheitsbewältigung dürfe nicht dazu führen, andere historische Verbrechen wie die des Stalinismus und der Massenvertreibungen nach 1945 zu tabuisieren und heutigen Genozid klein zu reden.

300 Millionen Ureinwohner werden rechtlos behandelt

„Meine Hoffnungen, dass nach dem blutigen 20. Jahrhundert mit über 200 Millionen Getöteter endlich ein Jahrhundert der Vernunft folgt, hat sich nicht erfüllt“, bedauert er. Die Ukraine, Syrien, Israel und Palästina, der Irak, Nigeria, Mali und der Südsudan, zählt er blutige Auseinandersetzungen auf. Die Landrechte für 300 Millionen Ureinwohner sind nicht eingelöst. Sie werden noch immer als rechtlos behandelt.


Weitere Informationen und wie Sie Mitglied werden können,  finden Sie unter www.GfbV.de
Quelle: GfbV

B.Agada


Freitag, 27. Juni 2014

Neue Reisen nach Algerien mit Cap Sahara Tours

Neue Reisen nach Algerien mit Cap Sahara Tours


Algier Makam Chahed

Der Algerienreisen-Spezialist Cap Sahara Tours hat 3 neue Touren in sein Programm aufgenommen. Darunter führt eine im Norden nach Algier und Tipaza zu den römischen Ausgrabungsstätten, von denen schon der französische Schriftsteller Albert Camus schrieb: "Im Frühling wohnen in Tipasa die Götter". 

Die 12-tägige Reise führt nach Algier, der Hauptstadt des größten Landes in Afrika.
Die Casbah gehört zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten und schmiegt sich an die Hügel des Sahel algérois, ausgebreitet wie "ein weißer Burnus mit dem Saum am tiefblauen Mittelmeer". Das Makam Chahed ist das Märtyrerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen.



In Tipaza laden die römischen Ruinen zu einem Spaziergang durch die Geschichte Nordafrikas ein. In traumhafter Lage am Fuße des rund 1000 Meter hohen Berges Chenoua und einer kleinen Bucht am Meer werden die Ausgrabungen im Archäologischen Park und Museum besichtigt.

Nach einem kurzen Flug in südliche Richtung ist Ghardaia erreicht, um die besondere Architektur der Mozabitenoasen kennen zu lernen. Die Mozabitenberber haben in mühevoller Arbeit im 11. Jahrhundert dreitausend Brunnen mit nur wenigen Hilfsmitteln gegraben und die karge Umgebung in blühende Oasengärten verwandelt.

Algerien, In Zaouaten

Nach einem Einblick in den Norden geht es in die größte Wüste der Erde, die Sahara. Das Tassili Tadrart südöstlich von Djanet wartet mit einer Bilderbuchwüste auf, so wie Sie sich die Sahara vorstellen: Sanddünen in allen gelb-rötlichen Farbennuancen, Felsmalereien und Felsgravuren, die tausende Jahre alt sind und doch aussehen, als wären sie "gestern" erst gemalt worden.


Die beiden 15-tägigen Reisen führen direkt nach Djanet, einer Palmenoase am Fuße des Berges Tim Beur und des Tassili n'Ajjer. Perle der Oasen wird sie auch genannt. Von dort startet das Kameltrekking in die faszinierende Saharalandschaft mit imposanten Felsbögen und Pilzen, die im Laufe der Jahrtausende von der Kraft des Windes und des Wassers geformt wurden. Die Expedition führt zurnächst in nördliche Richtung zu Oasen, die vom Tourismus fast unberührt sind und bei einer Trekkingtour entdecken Sie versteckte, selten gezeigte Malereien in Felsüberhängen.

Algerien, Tassili Tadrart



Ob mit Geländewagen oder per Kamel (Dromedar)-Trekking, immer steht das bewusste Reisen in der Natur und die authentische Kultur der Bewohner im Blickpunkt.
Ausgearbeitet und geleitet werden die Reisen durch das Team von Cap Sahara Tours, dessen Mitarbeiter Tuareg sind und die Sahara genau kennen. Die nächsten Reisen können ab sofort gebucht werden.







Cap Sahara Tours
Expeditionen - Kameltrekking - Wanderungen
in Erlangen und Tamanrasset
www.CapSahara.de
Info@CapSahara.de

Copyright Birgit Agada, Bild und Text (Weiterverwendung untersagt)


One-Two-Three - Viva l'Algerie!

Algier Stadion in Bologhine
1 - 2 - 3  One-Two-Three - Viva l'Algérie !

Hallo Algerien,

wir gratulieren der algerischen Nationalmannschaft zum Erreichen des Achtelfinales bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014.
Allez-les Fennecs!

Auf geht's zur nächsten Runde gegen Deutschland am Montag. Wir wünschen viel Glück.



Copyright Birgit Agada, Bild und Text


Sonntag, 13. April 2014

Wieder Tote im Tal des M'Zab

Tote bei schweren Unruhen im M'zab in Zentralalgerien

Wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen am 17. April 2014 in Algerien erschüttern schwere Unruhen die von der Berber-Minderheit der Mozabiten bewohnte Region des Oued Mzab im Zentrum des nordafrikanischen Landes. Bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Mozabiten und Arabern starben an diesem Wochenende zwei Menschen in Berriane (45 km nördlich) und Ghardaia mehrere Dutzend Personen wurden verletzt, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. Nachdrücklich forderte die GfbV die Regierung Algeriens auf, die Krise im Mzab endlich ernster zu nehmen und sich um eine politische Lösung der eskalierenden Spannungen zwischen Mozabiten und Arabern zu bemühen.

Seit Dezember 2013 sind bei Auseinandersetzungen im Mzab, vor allem in Berriane und Guerrara, rund 45 und 100 km nördlich des Hauptortes Ghardaia, mindestens sieben Menschen getötet, mehr als 400 Personen verletzt sowie hunderte Geschäfte, Firmen, Plantagen und Wohnhäuser zerstört worden. Allein in der letzten Woche wurden bei Straßenschlachten zwischen den verfeindeten Gemeinschaften 40 Jugendliche verletzt. „Algeriens Regierung muss jetzt endlich handeln und darf die Ängste der Berber vor einer weiteren Marginalisierung durch arabische Neusiedler nicht länger ignorieren“, erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.

Die blutigen Auseinandersetzungen im Mzab überschatten die letzten Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahl, die am kommenden Donnerstag in Algerien stattfinden wird. Zwar hatte die algerische Regierung im März 2014 mehr als 10.000 Polizisten in die Unruheregion entsandt, um neue Übergriffe zu verhindern. Doch die Einwohner werfen den Ordnungskräften vor, nicht neutral zu sein, sondern Partei für die arabische Bevölkerungsgruppe zu ergreifen.

Das landschaftlich und architektonisch herausragende Oasen-Tal des Mzab, das rund 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier liegt, steht seit 1982 unter dem UNESCO-Weltkulturerbe-Schutz. Das Tal mit seiner größten Stadt Ghardaia wird von rund 300.000 Berbern (Mozabiten) und 100.000 Arabern bewohnt. Die Zahl der Araber hat in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen. Immer neue Dörfer und Stadtviertel werden von arabischen Neusiedlern aufgebaut, während sich zugleich die wirtschaftliche Lage des Mzab verschlechterte. So haben die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen zugenommen. Die Mozabiten werfen Arabern vor, die traditionelle Siedlungsstruktur des Mzab systematisch zu ihren Ungunsten zu verändern. „Jugendbanden beider Seiten sind inzwischen schwer bewaffnet und liefern sich ständig neue Kämpfe“, erklärte Delius.
„Auch Salafisten mischten sich unter die jungen Araber und stifteten Jugendliche an, Gräber der gemäßígten muslimischen Mozabiten zu verwüsten.“ Geschürt werden die Spannungen noch durch die katastrophale Jugendarbeitslosigkeit, der Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika mit Hilflosigkeit begegnet.

Weitere Informationen erhalten Sie durch die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV):
Ulrich Delius Tel. 0160 95671403




Freitag, 4. April 2014

Air Algérie fliegt nach Wien

Seit dem 02. April 2014 fliegt die Air Algérie wieder von Algier in die österreichische Hauptstadt Wien.

Flugtage sind Mittwoch und Samstag.

Flugzeiten:
Algier - Wien    15.05 - 18.35 Uhr
Wien - Algier    19.55 - 21.25 Uhr

Die österreichische Wirtschaftskammer ist sehr erfreut über diese neue Flugverbindung, ist Algerien doch einer der wichtigsten Handelspartner in Afrika.
Air Algerie CEO Boultif Mohamed Salah betont die Bedeutung der Flugstrecke für Geschäftsleute sowie für den Kulturtourismus, wie das österreichische Luftfahrtmagazin Austrian Wings zu berichten weiß.

Gebucht werden können auch diese Flüge im Reisebüro AFRIKA WELT REISEN
Mail. Info@Afrika-Welt-Reisen.de oder Tel. 09131 30 46 50

B.Agada


Montag, 13. Januar 2014

Algerisches Generalkonsulat in Frankfurt

Das Algerische Generalkonsulat eröffnet am Dienstag, den 27. Januar 2014 das neue Büro in Frankfurt.
Die neue Adresse lautet:

Algerisches Generalkonsulat
Friedrich Ebert Anlage 32
60325 Frankfurt

Zentrale Tel.:  069 / 70 60 950
Visa-Angelegenheiten: Tel. 069 / 70 60 95129

Die Friedrich Ebert Anlage befindet sich unmittelbar am Messeturm, der Messe Frankfurt.
U-Bahn-Linie 4 Richtung Bockenheimer Warte - Haltestelle: Festhalle / Messe

Das Generalkonsulat liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Büroturms und des Messeturms.