Dienstag, 12. Juli 2016

AKWABA 8.Afrika-Tage in Nürnberg: Lesung "Ein Stück Kabylei in Deutschland" mit Dr. Akli Kebaili

In der Kabylei (B.Agada)

AKWABA 8. Afrika-Tage in Nürnberg - „Literatur ohne Grenzen“ mit Dr. Akli Kebaili aus Algerien

Am Donnerstag, den 14. Juli 2016 begrüßen das Amt für Kultur und Freizeit, die Nürnberger Initiative für Afrika (NIfA) und das Naturhistorische Museum ganz besonders herzlich Herrn Dr. Akli Kebaili aus Nordalgerien zur Lesung im Rahmen der 8. AKWABA-Afrika-Tage in Nürnberg. Herr Dr. Kebaili stellt sein Buch „Ein Stück Kabylei in Deutschland“ dem interessierten Publikum in Wort  und Bild vor.

Herr Dr. Kebaili ist ein Masir, ein Berber aus der Kabylei, einer Gebirgsregion, die durchaus mit der Voralpenlandschaft Bayerns oder Österreichs vergleichbar ist. Die kleine Kabylei reicht an das Mittelmeer heran, in den Bergen der großen Kabylei ist Skifahren ein beliebter Sport und die Landschaft mutet so gar nicht „afrikanisch“ an, denn geologisch gehört Nordafrika inklusive des Atlasgebirges zum europäischen Kontinent. Und während des Römischen Imperiums waren die heutigen Länder Tunesien, Algerien  und Marokko ein Teil davon. Sogar die großen Kirchenväter Tertullian, Cyprian stammen aus Karthago in Tunesien und der heilige Augustinus, der auch in Nürnberg präsent ist, und maßgeblich zur Entwicklung der katholischen Kirche beitrug wurde im heutigen Algerien geboren und gründete sein erstes Kloster in der Nähe der heutigen Stadt Annaba in Ostalgerien, unweit der Kabylei.

Masiren oder Berber sind die Ureinwohner Nordafrikas, die Araber sind vom 8. bis 11. Jh. aus dem Osten eingewandert. Auch die Tuareg in der algerischen Sahara und die Mozabiten gehören zu den Berbern Algeriens. Die Berber haben andere Sitten und Gebräuche als die Araber. Die Kabylen haben viele Traditionen bewahrt und davon wird Herr Kebaili erzählen und vortragen.

Dr. Akli Kebaili
Nun  wohnt Herr Kebaili seit einigen Jahren in Deutschland und hat die Deutschen kennen gelernt. Er arbeitet in Frankfurt, studiert hat er in Algier Jura und in Tübingen Politikwissenschaften. In der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) setzt er sich für die Erhaltung der Berbersprachen ein.
Gerade in der heutigen Zeit ist es interessant zu erfahren wie Herr Kebaili Unterschiede und Gemeinsamkeiten in seinem Buch „Ein Stück Kabylei in Deutschland“ herausarbeitet. Seine Bilder werden von Sprichwörtern und Redensarten auf Kabylisch (masirisch) und deutsch ergänzt.


Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend mit Herrn Dr. Kebaili, der zuerst in Bildern einige Eindrücke seiner Heimat zeigt und dann zur Lesung übergeht. Er schildert nicht nur seine „Gedanken über Heimat und Migration“ sondern liest auch aus seinem neuen Roman „Imetti n Bab Idurar“ (Die Tränen eines Riesen“), um den Zuhörern einen Eindruck der bezaubernden Sprache (kabylisch) zu vermitteln.


 „Ein Stück Kabylei in Deutschland“ Vortrag - Lesung - Diskussion
Wann: Donnerstag, 14.07.2016
Uhrzeit: 19 - 21 Uhr
Ort der Veranstaltung: Naturhistorisches Museum, Norishalle - Seminarraum, Marientorgraben 8,  90402 Nürnberg   (U2/21, U3 Wöhrder Wiese)
Eintritt frei