Mittwoch, 20. Januar 2016

360° Afrika - das neue Magazin


360° Afrika: Das neue Magazin über den Kontinent der Vielfalt  

Aller guten Dinge sind vier! Pünktlich zum Jahreswechsel ist der Verlag 360° medien mettmann mit dem neuen Magazin 360° Afrika gestartet. Nach 360° Neuseeland (2008), 360° Kanada (2010) und 360° Australien (2013) ist die Erstausgabe ab sofort über eine Vielzahl von Verkaufsstellen in Deutschland - insbesondere an Bahnhöfen und Flughäfen - sowie im Verlag erhältlich.
Des Weiteren wird 360° Afrika auch als Abonnement (vier Ausgaben pro Jahr) angeboten.

Verleger Andreas Walter: „360° Afrika wird unseren Nachbarkontinent ab sofort in der in unseren
Magazinen bewährten Rundum-Perspektive regelmäßig unter die Lupe nehmen. Auf etwa 80 Seiten werden die Rubriken Reise, Natur und Gesellschaft bedient. Die besonders beliebten Reiseregionen des Kontinents, das südliche und das östliche Afrika, werden einen klaren inhaltlichen Schwerpunkt bei der redaktionellen Ausrichtung von 360° Afrika einnehmen.“

Warum Afrika? Die verantwortliche Redakteurin für 360° Afrika Marit Arnold bringt es auf den
Punkt: „Afrika ist der Kontinent der Vielfalt, der unterschiedlichsten Menschen und Kulturen, der
beeindruckenden Tiere und fremdartigen Pflanzen, der atemberaubenden Landschaften und
pulsierenden Metropolen. Die meisten Menschen, die Afrika einmal erlebt haben, lässt es so
schnell nicht wieder los, so geht es auch mir."

In der Erstausgabe des Magazins 360° Afrika erwartet die Leser ein Themen-Mix aus verschiedenen Ländern: Südafrika, Namibia, Kenia, Uganda, Kongo, Ruanda, Benin, Marokko und Tunesien.

Auszug aus dem Inhalt:
Tunesien - Zwischen Friedensnobelpreis und Tourismuskrise
Als im März und Juni 2015 bei Terroranschlägen islamistischer Extremisten in Tunis und in Sousse mehrheitlich ausländische Touristen getötet wurden, war den meisten Hoteliers und Reiseveranstaltern schnell klar, dass ihnen äußerst schwierige Zeiten bevorstehen würden. Wo steht das Land heute?  

Marokko - Berber, Ziegen und flüssiges Gold: Eine Reise durch den Süden Marokkos
In Agadir, der „Weißen Stadt am Meer“ oder „Perle des Südens“, sind Touristen nicht das tägliche Standardprogramm. Auch die Umgebung von Agadir, der Süden Marokkos, ist ganz und gar keine Region mit Durchschnittsattributen.  
  
Über die 360° medien gbr mettmann
 Die 360° medien gbr mettmann gibt seit 2008 das quartalsweise erscheinende Printmagazin
360° Neuseeland, seit 2010 das Magazin 360° Kanada und seit 2013 das dritte Destinationsmagazin 360° Australien heraus. Die Magazine umfassen rund 80 Seiten pro Ausgabe, sind im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich.
Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung vor acht Jahren als feste Größe im Segment der
Destinations-Magazine erfolgreich etabliert.
Zur Frankfurter Buchmesse 2013 startete die 360° medien gbr mettmann mit den ersten
Buchpublikationen insbesondere mit Themen zu den Destinationen Australien, Neuseeland und
Kanada. Mittlerweile sind elf Titel eingeführt worden, weiter Bücher sind in der Planung.

Weitere Informationen zum gesamten Verlagsprogramm auf http://360grad-medienshop.de/


Donnerstag, 7. Januar 2016

Algerien: Verfassungsänderung: Tamazight - Berbersprache soll offiziell anerkannt werden


Sprachenrechte für nicht-arabische Minderheiten sind Erfolg für Jahrzehnte langes Engagement

Als bedeutenden Schritt zur Anerkennung der kulturellen Rechte nicht-arabischer Minderheiten in Nordafrika hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Ankündigung der algerischen Regierung bezeichnet, die Berber-Sprache Tamazight im Rahmen einer Verfassungsreform als „nationale und offizielle Sprache“ anerkennen zu wollen. „Nach 40 Jahren des friedlichen Engagements von Kabylen, Chaoui, Mozabiten, Tuareg und anderer indigener Völker Algeriens für die Anerkennung ihrer lange unterdrückten Kultur gibt es nun einen Hoffnungsschimmer, dass Algerien seine Arabisierungspolitik endlich aufgibt“, erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. „Doch so positiv diese Ankündigung auch ist, erst die Umsetzung der Verfassungsreform wird zeigen, ob Algeriens Machthaber auch im Alltag bereit sind, die Kultur und Sprache der nicht-arabischen Minderheiten als gleichberechtigt zu behandeln.“ Algeriens Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika hat die Verfassungsreform am 5. Januar 2016 angekündigt. In Artikel 3 der neuen Verfassung soll das Tamazight als offizielle und nationale Sprache neben dem Arabischen anerkannt werden.

Die GfbV erinnerte daran, dass Algeriens Machthaber damit ein lange überfälliges  Versprechen aus dem algerischen Unabhängigkeitskrieg einlöst. Während dieses Krieges gegen die französische Kolonialmacht (1954-62) hatten die Berber, die sich heute selber als Masiren bezeichnen, in der Freiheitsbewegung FLN an der Seite von Arabern gekämpft. Doch deren Versprechen für kulturelle Autonomie wurde auch nach der Unabhängigkeit Algeriens 1962 niemals umgesetzt. Stattdessen begannen Algeriens korrupte Machthaber eine systematische Politik der Arabisierung des Landes, die jede Spuren indigener Masiren-Kultur auszulöschen versuchte. Als sich die Masiren 1980 im so genannten „Berber Frühling“ friedlich dagegen auflehnten und mit Veranstaltungen, Streiks und Demonstrationen gegen ihre Unterdrückung aufbegehrten, wurde ihr Protest massiv niedergeschlagen. Dutzende Aktivisten wurden verhaftet und zum Teil jahrelang inhaftiert. Als Masiren im Jahr 2001 erneut öffentlich für Sprachenrechte demonstrierten, wurden die Demonstrationen blutig zerschlagen. Mindestens 132 Masiren kamen dabei zu Tode, mehr als 5.000 Menschen wurden verletzt. Die Täter blieben bis heute straflos.

Nachdem Marokko, Tunesien und Libyen seit dem Jahr 2011 die Masiren endlich offiziell als indigene Bewohner Nordafrikas anerkannt haben, ist Algerien nun der letzte Staat, der sich dazu entschließt. „Leider scheint dieser längst überfällige Schritt nicht aus Einsicht zu erfolgen, sondern aus politischem Machtkalkül“, sagte Delius. „So sollen dem Kreis um den gesundheitlich schwer angeschlagenen 79 Jahre alten Präsidenten Bouteflika offenbar Wählerstimmen gesichert und das Weiterregieren ermöglicht werden.“ Rund acht Millionen der zehn Millionen Masiren in Algerien sprechen trotz staatlicher Unterdrückung noch immer ihre Sprache. Sie stellen mindestens 27 Prozent der 39 Millionen Bewohner Algeriens.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Ulrich Delius  Tel. 0160/95671403

Freitag, 1. Januar 2016

Algerien - ein Land holt auf!

Donata Kinzelbach
 Empfehlung:
 DONATA  KINZELBACH
  
ALGERIEN - ein Land holt auf!           


Algerien ist für Deutsche fast unbekannt oder aber in negativer Erinnerung. „Kann man dahin fahren? Ist das nicht gefährlich?“ sind die ersten Fragen, wenn man erzählt, dass man nach Algerien reist. Knapp 30000 Algerier leben in Deutschland, aber sie sind angepasst und fallen kaum auf, werden womöglich mit Marokkanern oder Türken verwechselt.

In ihrem neuesten Buch gibt die Autorin und Verlegerin Donata Kinzelbach einen persönlichen Einblick ihrer Aufenthalte in Algier, wohin sie jährlich zur dortigen Internationalen Buchmesse reist.
Seit fast 30 Jahren führt Frau Kinzelbach den einzigen Verlag in Deutschland, der sich ausschließlich auf maghrebinische (Algerien, Marokko, Tunesien) Länder konzentriert.
Namhafte Autoren wie Rachid Bousedra (diverse Titel), Maissa Bey (Ausgeblendet, Nachts unterm Jasmin), Malika Mokkedem (Suche auf See, Das Geheimnis der Mutter), Aziz Chouaki (Stern von Algier) und viele mehr schreiben im Donata Kinzelbach Verlag.

Seit einigen Jahren, vor allem nach dem schrecklichen schwarzen Jahrzehnt (1989-1999) zeichnen sich Veränderungen in Algerien ab, die als vorsichtiger Aufbruch bewertet werden können. Diesen Eindruck beschreibt die Autorin lebhaft und anschaulich in ihren Erlebnissen in Algier, der Hauptstadt des größten afrikanischen Landes.

Ihr fallen Mokkatassen mit arabischer und englischer Schrift, made in Germany auf, deutsche Schokolade, eine neue und pünktliche Metro, viele Buchläden und Literatur in der Berbersprache Tamazight, die erst 2002 zur anerkannten zweiten Landessprache erklärt wurde.
Frauen in Polizeiuniform (vor Jahren undenkbar), selbsternannte Parkwächter, die sich mangels Parkuhren einen Obulus verdienen, hervorragend ausgebildete Mediziner, die aber ohne funktionierende Geräte in den staatlichen Krankenhäusern nicht entsprechend arbeiten können und Jugendliche, die gut ausgebildet sind und keine Arbeit finden. Sie leben vom illegalen Handel, mit dem sie dennoch ein „geregeltes Arbeitsleben“ führen, mit sozialen Kontakten und „Erfolgserlebnissen“, allerdings ohne Sicherheit, Arbeitsrecht, etc.

Immer wieder kommen die Autoren zu Wort, die das Alltagsleben in Algerien schildern. So schreibt Aziz Chouaki in seinem Buch „Stern von Algier“ über die Schwierigkeit mit vierzehn Personen in einer 3-Zimmer-Wohnung leben zu müssen. Dies war das Bild der 1990er Jahre, das sich nun so verändert hat, dass Algerien heute einer einzigen riesigen Baustelle gleicht. Überall im Land werden ganze Vororte mit Hilfe chinesischer Bauarbeiter in rasanter Geschwindigkeit aus dem Boden gestampft und Autobahnen gebaut.

Weitere Themen sind Alltagserlebnisse am Flughafen, im Taxi, im Café und während der Buchmessen, Kolonialgeschichte, algerische Literatur, weibliche Stimmen und Sprachenvielfalt, ergänzt von Farbbildern. Eine kurze Einführung in die Landeskunde fehlt nicht.

Dieses interessante Buch ist eine Momentaufnahme und eine Liebeserklärung an die Menschen und das Land Algerien. Vielen Dank dafür, Frau Kinzelbach!


Donata Kinzelbach
Algerien - ein Land holt auf!
Hardcover
110 Seiten mit 47 Farbbildern
nur Euro 17,- inkl. MwSt.    Buch kaufen